Neu im Kino «El ciudadano ilustre»: Grosses argentinisches Kino

Argentinische Filme kommen selten in unsere Kinos. Diese Tragikomödie mit schwarzem Humor und absurden Szenen hat es geschafft.

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Grosses argentinisches Kino

1:49 min, vom 11.4.2017

«Dieser Preis enthüllt, dass meine Werke den Geschmack und die Bedürfnisse der Jury, Spezialisten, Akademiker und Könige treffen. Ich bin offensichtlich der bequemste Künstler für sie und diese Bequemlichkeit hat sehr wenig mit dem künstlerischen Schaffen zu tun.» Daniel Mantovani hat soeben den Literaturnobelpreis erhalten. Mit dieser – etwas anderen – Dankesrede beginnt der Spielfilm «El ciudadano ilustre».

Feuerwehrauto mit Menschen drauf.

Bildlegende: Absurde Szenen sind typisch für das argentinische Kino. Prosa Film

Der argentinische Schriftsteller hat vor über 40 Jahren seine Heimat verlassen. Seither lebt er in Barcelona. Nachdem er den Nobelpreis erhalten hat, ernennt ihn sein Heimatdorf zum Ehrenbürger und lädt ihn nach Argentinien ein.

Spontan entscheidet sich Mantovani in sein Dorf zu reisen. Dort wird er wie ein Star gefeiert: Zusammen mit der Schönheitskönigin rollt er auf einem Feuerwehrauto durch die Strassen. Der überschwängliche Empfang täuscht.

Die Stimmung kippt. Denn in all seinen Büchern kritisiert er das rurale Leben seines Heimatdorfes. Die Anfeindungen werden grösser, die Bewohner handgreiflich. Sein Leben ist in Gefahr.

Argentinisches Kino

Argentinische Filme schaffen es selten in die Schweizer Kinos. Der letzte grosse war der Episodenfilm «Relatos salvajes» (2014). Eine rabenschwarze Komödie, die sechs unabhängige Geschichten erzählt.

An internationalen Filmfestivals räumte er zahlreiche Preise ab und war als bester fremdsprachiger Film für den Oscar nominiert. Vier Jahre zuvor gewann das argentinische Drama «El secreto de sus ojos» den Oscar als bester fremdsprachiger Film.

Zwei Männer lächeln.

Bildlegende: Die Regisseure Gastón Duprat und Mariano Cohn arbeiten seit 25 Jahren zusammen. Getty Images

Mit «El ciudadano ilustre» hat es ein weiterer Film auf die Grossleinwand in der Schweiz geschafft. Viele argentinische Produktionen bestechen durch ihren trockenen Humor und absurde Szenen.

Diese Merkmale finden sich auch in der Tragikomödie des Regieduos Gastón Duprat und Mariano Cohn wider. Die beiden arbeiten seit 25 Jahren zusammen. Am Filmfestival in Venedig feierte ihr Film Premiere. Dort gewann Hauptdarsteller Oscar Martínez den renommierten Darstellerpreis Coppa Volpi.

Fazit

Die Kameraeinstellungen und die Lichtverhältnisse lassen die Tragikomödie wie ein Dokumentarfilm wirken. Das Regieduo Duprat und Cohn lässt ihre Erfahrungen als Dokumentarfilmer einfliessen und lotet immer wieder die Grenzen des Filmgenres aus. Dieser Mix macht «El ciudadano ilustre» zu einem einzigartigen Film.

Ein Mann und eine Frau sitzen auf Sessel.

Bildlegende: «El ciudadano ilustre» spielt mit Elementen aus dem Dokumentarfilm. Prosa Film

Kinostart: 13.04.2017