Im Kino «Spider-Man: Homecoming»: Teenie-Kram statt Superhelden-Spektakel

Der neue Spider-Man ist ganz der Typ Aussenseiter. Aber steckt in jedem Nerd auch ein Held? Eine Highschool-Komödie voller Klischees.

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Filmstart diese Woche: «Spider-Man: Homecoming»

2:18 min, aus Keine 3 Minuten – Die Filmkritik für Eilige vom 14.7.2017

Spider-Man, oder besser gesagt Spider-Boy, ist in der Blüte seiner Pubertät. Neben seinem Highschool-Alltag führt er ein Doppelleben als Superhelden-Praktikant bei den Avengers. Die Avengers sind sowas wie ein exklusiver Superhelden-Club. Angeführt von einem gewissen Iron Man, ist es ihre Aufgabe, die Menschheit vor Bösewichten mit Allmachts-Phantasien zu beschützen.

Weil Peter Parker, so heisst Spider-Man ohne Maske, sich noch in der Ausbildung befindet, darf er leider nicht mit den grossen Helden die Welt retten, sondern muss sich noch mit Kleinkriminellen herumschlagen und alten Damen über die Strasse helfen. Jung und dynamisch wie man mit 15 ist, fühlt sich Peter unterfordert. Als er eines Tages einer gefährlichen Waffenhändler-Gang auf die Schliche kommt, widersetzt er sich den Anweisungen seines Lehrmeisters Iron Man und will die Bande alleine schnappen.

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      Das ultimative «Glaub an dich»-Zitat
      Iron Man und Spider-Man

      Bildlegende: Der Lehrmeister und sein Stift. Sony Pictures

      «Ohne den Anzug bin ich nichts», wimmert Spider-Man, als ihm sein Mentor zur Bestrafung den Hightech-Anzug wegnehmen will. «Wenn du ohne den Anzug nichts bist, solltest du ihn nicht haben», antwortet Iron Man.

    • 2.
      Der Schauspieler
      Schauspieler Tom Holland

      Bildlegende: Tom Holland. Der junge Überflieger. Sony Pictures

      Dass Tom Holland schon 21 Jahre alt ist, merkt man seinem 15-jährigen Spider-Man-Charakter nicht an. Der junge Brite muss auch sonst einen guten Job gemacht haben. Denn er steckt schon wieder im Spinnemann-Kostüm und ist momentan bei den Dreharbeiten für den nächsten «Avengers»-Film. Auch für die siebte Spider-Man Verfilmung ist er wieder verpflichtet.

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      Fakten, auf die man erstmal kommen muss
      Spider-Man

      Bildlegende: Ostern bei «Spider-Man: Homecoming»: Wer findet die «Easter Eggs»? Sony Pictures

      Spider-Man-Kenner mit Adlerohren werden beim musikalischen Intro hellhörig. Der Film beginnt nämlich mit einer neuen Version vom Soundtrack des alten Zeichentrick-Klassikers aus den 1960er-Jahren. Und das ist nur der Beginn einer ganzen Insider-Odyssee. «Spider-Man: Homecoming» ist nämlich voller sogenannter «Easter Eggs». Das sind versteckte Botschaften, Insider-Jokes und Anspielungen, die Vorwissen voraussetzen. Marvel-Fans kommen dabei voll auf ihre Kosten, während der Durchschnitts-Kinobesucher neben ihm nicht versteht, warum sein Sitznachbar bei jeder noch so trockenen Szene kichert.

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      Das Urteil
      Schuljungen

      Bildlegende: Die Uncoolen von der Schule. Peter Parker und sein bester und einziger Freund. Sony Pictures

      Spider-Man als aufgedrehter Teenager ist zwar irgendwie ganz niedlich, aber das alleine reicht nicht. Denn «Spider-Man: Homecoming» ist mittlerweile die sechste Fortsetzung. Da sollte man sich mehr einfallen lassen als die Geschichte um den berühmten Comic-Helden auf eine platte Highschool-Komödie zu reduzieren. Peter Parker ist nämlich der absolute Klischee-Nerd. Ein hochbegabtes Mathe-Genie und Schul-Aussenseiter. Er steht auf komplexe Lego-Sets und auf die Oberstufen-Schönheit und hat Pickel. Neben seinem Doppelleben als Superheld ist es seine wichtigste Mission, die unerreichbare Highschool-Flamme zum Schulball begleiten zu dürfen. Ja, dieser Spider-Man ist nach allen Regeln einer stinknormalen amerikanischen Schüler-Komödie gestrickt.

Kinostart: 13.07.2017