Anzeichen für Erderwärmung Augen auf: So zeigt sich der Klimawandel bei uns

Was mit dem Klima im Grossen passiert, zeigt sich im Kleinen. Nicht nur weit weg – in Gegenden, die von Extremereignissen betroffen sind. Auch bei uns ist der Klimawandel sichtbar. Fünf Beispiele.

Der Huflattich blüht bereits

Huflattich, eine der ersten Frühölingsblumen.

Bildlegende: Eine der ersten Frühlingsblumen – und dieses Jahr zu früh: der Huflattich. Wikimedia/Friedrich Böhringer

Wer einen Garten hat, beobachtet, dass der Frühling immer früher kommt, dieses Jahr besonders früh. Gemäss einer Mitteilung von Meteoschweiz waren dieses Jahr Huflattich und Buschwindröschen ganz besonders früh dran.

Im Vergleich mit der Periode 1981–2010 «blühte der Huflattich in diesem Jahr 7 bis 15 Tage früher», schreibt Meteoschweiz. Überhaupt war der März vielerorts einer der wärmsten seit Messbeginn in den 1880er-Jahren.

Der Lieblingsstrand verschwindet

Wachturm an der Nordsee.

Bildlegende: Die Nordsee steigt, der Strand wird kleiner. Flickr/Vincent Desjardins

Manche, die in den Frühlingsferien ans Meer fahren, stellen fest, dass ihr Lieblingsstrand schmaler geworden ist. Beispielweise an der Nordsee: Dort hat sich der Meeresspiegel seit 1900 um 32 Zentimeter erhöht. Manche Strände existieren nur, weil sie im Frühjahr künstlich aufgeschüttet werden.

Studien sagen voraus, dass bei einem mittleren Meeresspiegelanstieg um 50 Zentimeter sich die Häufigkeit von extremen Wasserständen an vielen Stellen in der Nordsee um das Zehnfache erhöhen.

Spazieren auf trockenen Böden

Ein Strauch spriesst aus trockenem Erdboden.

Bildlegende: Der Schweizer Winter wird wärmer, der Sommer heisser – und der Boden trockener. Keystone

Beim Spaziergang über Felder fällt auf: Es ist extrem trocken. Nun gab es schon immer trockene Frühlinge. Aber sie werden immer häufiger. Die Niederschlagsperioden, stellt der Klimaforscher Konrad Steffen von der ETH Zürich in seinen Modellrechnungen fest, werden sich verschieben.

Die Winter werden nasser und wärmer, die Sommer werden heisser – und trockener. Deshalb will das Bundesamt für Umwelt die Trockenheit in Zukunft als Naturgefahr einstufen, wie Überschwemmungen.

Da war doch ein Gletscher

Berner Oberaarsee und -gletscher im Hintergrund.

Bildlegende: Verschwindend klein: der Berner Oberaargletscher hinter dem gleichnamigen See. Keystone

Dass die Gletscher schwinden, beobachtet jeder, der Bergwanderungen unternimmt. Kleinere Gletscher, das zeigen die Bilder auf der Website Gletschervergleiche.ch haben sich fast ganz in die oberen Zonen, zu den Gipfeln hin zurückgezogen.

Gletscher wie der Oberaargletscher sind beinahe vollständig verschwunden. Die Gletscher in der Schweiz teilen das Schicksal des Grönlandeises – davon gehen jedes Jahr 350 Kubikkilometer verloren.

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kontext, 18. April 2017, 9:02 Uhr

Wenn die Flut kommt

Extreme Wetterereignisse, wie aktuell «El Niño» in Peru, häufen sich. Der «Kontext» fragt: Sind sie die Vorboten eines kippenden Klimas?

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