Schnee bis ins Flachland Ärgernis Aprilschnee!

Bereits morgen Dienstag dürfte es stellenweise im Mittelland Schnee geben, und auch am Mittwoch und Donnerstag sind Schneeschauer bis ins Flachland wahrscheinlich. In jedem dritten Jahr gibt es im Durchschnitt im April noch Schnee bis in tiefe Lagen.

Im April sind wir in der Regel auf Frühling eingestellt. In diesem Jahr ganz speziell, nachdem die erste Monatshälfte rund 4 Grad zu warm war. Stellenweise erlebten wir schon die ersten Sommertage, also Tage mit Höchsttemperaturen oberhalb von 25 Grad. Da passen Kaltlufteinbrüche nicht ins Konzept. Die meteorologische Realität sieht allerdings ganz anders aus. In jedem dritten April fällt Schnee bis ins Mittelland.

Leicht verschneiter Garten in Gonten

Bildlegende: Etwas Schnee Am Sonntagnachmittag lag in Gonten etwas Schnee. Karl Singer

In St. Gallen ist Aprilschnee normal

Bereits am Ostersonntag schneite es im Appenzellerland bis auf 800 Meter herunter. Am Montagmorgen lagen in Elm auf knapp 1000 Meter Meereshöhe 6 Zentimeter Neuschnee. In der Ostschweiz ist Schnee im April allerdings völlig normal. In diesem Jahrhundert blieb beispielsweis in St. Gallen bis jetzt nur 3 Mal der Schnee im April gänzlich aus. 2002, 2009 und 2011 wurde in der Gallusstadt kein Schnee registriert. In den übrigen Jahren wurde mindestens einmal im April Schnee gemessen. In der Realität ist Schnee im April aber noch viel häufiger. Immer wieder kann es einen kurzen Schneeschauer bis in tiefe Lagen geben. Fällt dieser aber im Laufe des Tages, ist er bis zur offiziellen Messung am folgenden Morgen oft schon wieder wegeschmolzen.

Auch in den kommenden Tagen ziehen immer wieder Schauerzellen über uns hinweg.

Bildlegende: Schauerzelle Auch in den kommenden Tagen ziehen immer wieder Schauerzellen über uns hinweg. Markus Müller

Auch Bern und Zürich mit Aprilschnee

Seit der Jahrhundertwende erlebte Zürich schon 6 Mal einen April, in dem es mindestens einmal schneite. Am 6. April 2006 gab es 11 Zentimeter Schnee. Im vergangenen Jahr wurde sogar noch am 27. April Schnee gemessen. Der späteste Schneefall datiert in Zürich aus dem Jahr 1961. Damals wurde sogar noch am 28. Mai Schnee verzeichnet. Möglicherweise gab es in früheren Zeiten sogar noch später Schnee, die systematischen Aufzeichnungen reichen aber nur bis ins Jahr 1931 zurück. In Bern wurde zum letzten Mal am 20. April 2013 Aprilschnee gemessen. Damals waren es 2 Zentimeter. In Bern datiert der späteste Schneefall vom 1. Mai 1945. Südlich der Alpen ist dagegen Aprilschnee ein ganz seltenes Ereignis. Seit der Jahrhundertwende wurde in Lugano kein Aprilschnee mehr gemessen. Dort datiert der späteste Schneefall vom 14. April 1962. Auch in Locarno gab es in diesem Jahrhundert noch keinen messbaren Aprilschneefall.

Im Gebirge völlig normal

Anders sieht die Situation im Hochgebirge aus. Oft gibt es die grössten Gesamtschneemengen erst im April. So datiert die grösste Gesamtschneehöhe beispielsweise aus dem April 1999 mit einem Wert von 8 Metern 16 gemessen auf dem Säntis. Auch die grösste Tagessumme fiel im Monat April. Am 15. April 1999 wurden auf dem Berninapass 130 Zentimeter Neuschnee registriert. Die Zweitagesmenge betrug damals sogar 2 Meter und 15 Zentimeter. Auch das gilt in der Schweiz als Rekord. Auch in mittleren Höhen ist Aprilschnee eine völlig normale Angelegenheit. In Einsiedeln fällt beispielsweise nach dem 25. April noch in jedem zweiten Jahr Schnee. Auch dieses Jahr ist dem Klosterdorf Schnee in der zweiten Aprilhälfte gewiss.

Frost ist das grössere Problem

Dort wo in den kommenden Tagen Schnee liegen bleibt, kann dieser Pflanzen zum Teil vor allzu tiefen Temperaturen schützen. Dort wo kein Schnee liegt, könnte aber Frost in den kommenden Nächten den Pflanzen arg zusetzen. Vor allem am Donnerstag- und am Freitagmorgen muss im Mittelland mit Frost gerechnet werden. Lokal könnte es aber auch schon morgen (Dienstag) in der Früh Frost geben. Bodenfrost gab es bereits am Ostermontag in Teilen der Romandie.

Schnee kann Pflanzen auch isolieren.

Bildlegende: Waldstatt Schnee kann Pflanzen auch isolieren. Monika Brunner