Wasserhosen im Frühling selten Wasserhose über dem Bodensee

Am Dienstagmorgen entwickelte sich über dem Bodensee eine Wasserhose. Unsere #SRFAugenzeugen haben das Naturspektakel festgehalten.

Wasserhosen über grossen Binnengewässern sind keine Seltenheit - auch in der Schweiz nicht. So kam es im letzten Sommer (6.8.2016) zu spektakulären Aufnahmen einer Wasserhose über dem Zürichsee. (Video ist auf der App leider nicht abspielbar.)

Wasserhose vor Stäfa

Die Bedingungen für eine Wasserhose standen an diesem Augusttag gut. Die Seetemperatur mass knapp 23 Grad, die Lufttemperatur lag um 15 Grad, auf 2000 Metern wurden zu der Zeit nur wenig über 6 Grad gemessen. Warme Luft auf der Seeoberfläche und kalte Luft in der Höhe ist ein Zeichen für Labilität. Und auch am heutigen Dienstagmorgen zog Höhenkaltluft über den Bodensee. Labilität ist eine Voraussetzung damit Wasserhosen entstehen können.

Tornados in Mitteleuropa

Wasserhosen sind mit Tornados verwandt. Die meisten und auch die kräftigsten Tornados entstehen in den riesigen Weiten des amerikanischen Mittelwestens zwischen den Rocky Mountains und den Appalachen, vorwiegend in den Monaten April bis Juli. In diesen vier Monaten werden jährlich jeweils rund 800 Tornados gesichtet. Tornados können auch in Mitteleuropa entstehen, jedoch sind hier selten die Bedingungen zur Bildung eines Tornados erfüllt. Aber es sind tatsächlich Fälle von Tromben oder Wasserhosen in Mitteleuropa dokumentiert.