Amsterdams Prostituierte kämpfen für ihre Fenster

In der niederländischen Grossstadt Amsterdam haben hunderte Menschen gegen die Abschaffung von Schaufenstern demonstriert, in denen sich Prostituierte ihren Kunden anbieten. Die Stadt plant, Fenster zu schliessen, um Menschenhandel und andere Vergehen einzudämmen.

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Hunderte gingen in Amsterdam auf die Strassen (unkommentiert)

0:35 min, vom 10.4.2015

An der Protestkundgebung im Rotlichtviertel der Stadt haben sich am Donnerstag etwa 250 Demonstranten beteiligt. Dies sagte Polizeisprecherin Marjolein Koek. Darunter waren zahlreiche Prostituierte. Viele von ihnen trugen Masken, um nicht erkannt zu werden.

Sie hielten Transparente hoch mit Parolen wie «Rettet nicht uns, rettet unsere Schaufenster». Während der Kundgebung blieben einige Schaufenster leer; die Prostituierten hinterliessen stattdessen eine Nachricht an Bürgermeister Eberhard van der Laan: «Du stiehlst unsere Jobs.» Etwa 115 von insgesamt 500 der rot oder pink beleuchteten Schaufenster wurden bereits dicht gemacht.

Viele Prostituierte aus Osteuropa

«Sex ist in den Niederlanden eine legale Branche, und wir brauchen Unterstützung, wir wollen von den Politikern ernst genommen werden», sagte eine Sprecherin der Prostituierten der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Sie und ihre Kolleginnen würden jedoch wie «Geächtete» behandelt und «aus dem Viertel geworfen, ohne dass uns jemand nach unserer Meinung fragt».

Prostitution ist in den Niederlanden seit 2000 legal. In Amsterdam gehen etwa 7000 Menschen dieser Profession nach. Etwa zwei Drittel von ihnen kommen aus ärmeren Ländern, insbesondere aus Osteuropa.