«Jede Lebensgeschichte ist eine Perle - auch meine eigene.»

Ein Kurs an der Universität Freiburg lehrt, was eine Erzählung ausmacht und was zwischen Erzähler und Zuhörer entstehen kann.

Im Kurs müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erstmal ihre eigene Geschichte erzählen. «Das ist für viele eine ganz neue Erfahrung.»

Erzählen löse einen Prozess aus. Man überlege, warum man etwas wichtig findet, sagt Kursleiterin Shirin Sotoudeh. Aber auch das Zuhören sei wichtig. «Ein spannender Dialog kommt zustande.»

Shirin Sotoudeh ist als ausgebildete Ethnologin an Lebensgeschichten interessiert. «Ich habe in der Schweiz die Geschichte von Jenischen aufgeschrieben.»

Die Magie von Lebensgeschichten

Lebensgeschichten seien nicht nur was für Prominente, betont Sotoudeh. Und auch die Zuhörenden profitierten. «Man lernt beim Zuhören viel über sich selbst und die eigene Lebensgeschichte.» Und nicht jede Lebensgeschichte muss ein Buch werden. Es könne auch einfach bei einer Begegnung zwischen zwei Menschen bleiben.

«Was will ich überhaupt in die Lebensgeschichte packen», fragt sich eine Teilnehmerin. Und ein Teilnehmer fügt an. «Ich mache mir nun mehr Gedanken über das Verhältnis von Erzählenden und Zuhörenden.» Sie sei sich der Magie des Erzählens erst jetzt richtig bewusst, erklärt eine weitere Teilnehmerin. Und ihr sei geblieben: «Jede Lebensgeschichte ist eine Perle - auch meine eigene.»