Kampf gegen Take-away-Abfall Mit Mehrwegboxen gegen Abfallberge

Gerade an schönen Sommertagen überquellen Abfalleimer voller Take-away-Abfälle. Dem hat ein Berner Projekt den Kampf angesagt und ein Take-away-Geschirr lanciert, das wiederverwendbar ist. Doch: noch sind viele Betriebe skeptisch.

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Bern kämpft gegen Take Away-Müll

2:19 min, aus Tagesschau vom 16.7.2017

Die Boxen sind violett und in insgesamt 26 Berner Restaurants und Take-aways erhältlich. Gegen eine Depot-Gebühr von 10 Franken können sich Kunden ihr Menu in diese Behälter schöpfen lassen. Erhältlich sind auch Becher für Suppe oder Kaffee.

Abwaschen ist günstiger

Mit diesem Mehrweg-Geschirr lasse sich Abfall einsparen und auch Kosten, sagt die Initiantin Jeanette Morath. «Wenn Restaurants die Box oft nutzen, sparen sie Kosten, denn Abwaschen ist günstiger als Einweg-Geschirr zu kaufen.» Ihr Ziel: Schweizweit sollen 1000 Restaurants und Take-aways mitmachen. Im Moment sind es erst 70.

«  Wir können keine Rücknahmestelle von Mehrweggeschirr sein »

Roberto Montenegro
Geschäftsführer Tibits Bern

Das Problem: Viele Betriebe sind noch skeptisch, weil Mehrweg-Geschirr auch Mehraufwand bedeutet. Konkret: die Betriebe, die mitmachen, müssen auch dreckiges Geschirr zurücknehmen und waschen. Deshalb macht etwa die Vegi-Kette Tibits nicht mit. «Wir können keine Rücknahmestelle von Mehrweggeschirr sein», sagt Roberto Montenegro, Geschäftsführer in Bern. «Wir wollen kein Fleisch im Betrieb und der Platz für den Abwasch ist beschränkt.» Tibits arbeitet jetzt an einem eigenen Mehrweggeschirr.

Pilotprojekte in Kantinen

Jeannette Morath versucht auch vermehrt Kantinen und Firmen für ihr Projekt zu gewinnen. Geplant sind Pilotprojekte mit den Kantinen der ETH Lausanne und dem Zürcher Frauenverein. Bereits Kunde ist das Berner Bahnunternehmen BLS. «Wir haben keine Kantine, deshalb haben wir unseren Mitarbeitern 400 Mehrwegboxen geschenkt, damit wir weniger Abfall produzieren», erklärt Nicole Schnittfeld von der BLS.

(Tagesschau, 16.7.2017, 19:30 Uhr)