Winterthurer An'Nur-Moschee Anklage gegen Ex-Imam

Der äthiopische Imam in Winterthur soll in einer Predigt zu Verbrechen und Gewalt aufgefordert haben.

Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland beantragt für den ehemaligen Imam der Winterthurer An'Nur-Moschee eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten – dazu eine Landesverweisung für 15 Jahre.

Der 24-jährige Mann soll in einer Predigt im Oktober 2016 unter anderem zu Mord an schlechten Muslimen aufgerufen haben. Die Anklage wirft dem damaligen Imam daher «öffentliche Aufforderung zu Verbrechen und Gewalttätigkeiten» vor. Weil der Imam auf Facebook auch brutale Tötungs-Darstellungen weiterverbreitet haben soll, wird er dazu wegen mehrfacher Gewaltdarstellung angeklagt, erklärt Corinne Bouvard, die Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft. Weiter wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann vor, gegen das Ausländergesetz verstossen zu haben: Er habe während rund vier Wochen in Winterthur gepredigt, obwohl er nur ein Touristen-Visum hatte.

Der angeklagte ehemalige Imam der An'Nur-Moschee ist seit November 2016 in Untersuchungshaft.

Ein Verfahren hängig

Nach der Razzia vom Oktober 2016 wurden insgesamt Verfahren gegen vier Personen aus dem Umfeld der Moschee eröffnet. Zwei Verfahren sind unterdessen eingestellt, eines stehe kurz vor Abschluss, schreibt die Staatsanwaltschaft in einer Medienmitteilung.

Unter den Festgenommenen bei der Razzia im Oktober war auch der ehemalige Präsident der An'Nur-Moschee. Dieser wurde bereits wenige Tage später wieder freigelassen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Anklage gegen Imam von Winterthur

    Aus Tagesschau vom 11.8.2017

    Die zuständige Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Imam erhoben, der in einer Predigt in der An'Nur-Moschee öffentlich zur Tötung von Muslimen aufrief.

  • An'Nur-Moschee: Staatsanwaltschaft klagt Winterthurer Imam an

    Aus Rendez-vous vom 11.8.2017

    Die Staatsanwaltschaft in Zürich hat Anklage gegen einen äthiopischen Imam erhoben, der in einer Predigt öffentlich zur Tötung von Muslimen aufgerufen hatte, die nicht in der Gemeinschaft beten. Der Mann soll eine bedingte Gefängnisstrafe bekommen und die Schweiz verlassen müssen.

    Curdin Vincenz