Sprachenstreit an Schulen Wann sollen Kinder die zweite Fremdsprache lernen?

Am 21. Mai entscheidet die Stimmbevölkerung im Kanton Zürich über die sogenannte Fremdspracheninitiative.

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Fremdspracheninititiative entzweit Lehrer

4:08 min, aus Schweiz aktuell vom 11.5.2017

Um was geht's:

Die Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» fordert, dass an der Primarschule nur noch eine Fremdsprache unterrichtet wird. Die zweite Fremdsprache soll erst in der Sekundarschule eingeführt werden. Die Initiative lässt offen, ob Französisch oder Englisch als einzige Fremdsprache an der Primarschule gelehrt wird.

Der Befürworter der Initiative: Christoph Ziegler (GLP)

Christoph Ziegler sitzt für die Grünliberale Partei im Zürcher Kantonsrat. Er ist Gemeindepräsident von Elgg und dort auch als Sekundarlehrer tätig.

Portrait von Christoph Ziegler

Bildlegende: SRF

Die Befürworter sagen: Das Begehren entlastet die Schülerinnen und Schüler. Zu viele verschiedene Inhalte mit wenigen Wochenlektionen würden den Lernerfolg erschweren. Und Jugendliche mit guten Grundlagen in Deutsch und der ersten Fremdsprache lernten die zweite Fremdsprache in der Sekunderschule schneller.

Die Gegnerin der Initiative: Vera Lang (FDP)

Vera Lang ist Mitglied der FDP im Stadtzürcher Kreis 11 und sitzt dort auch im Vorstand. Sie ist Präsidentin der Kreisschulpflege Glatttal in der Stadt Zürich.

Portrait von Vera Lang

Bildlegende: SRF

Die Gegner sagen: Der Unterricht zweier Fremdsprachen auf der Primarstufe hat sich bewährt. Es bestehe kein Anlass, das heutige Sprachenkonzept zu ändern. Nur noch eine Fremdsprache auf der Primarstufe wäre ein Nachteil für die Zürcher Schüler, weil Fremdsprachenkenntnisse eine unverzichtbare Schlüsselkompetenz im Berufsleben sind. Diese Haltung teilen auch Kantonsrat und Regierungsrat.

Das Streitgespräch:

SRF: «Vera Lang, bei einer Umfrage vom Regionaljournal Zürich Schaffhausen in einer Primarschule im Kreis 3 haben uns viele Kinder gesagt, sie lernen gerne zwei Fremdpsrachen. Fühlen Sie sich durch diese Aussagen bestätigt?»

Vera Lang: «Ja, in zweierlei Hinsicht. Einerseits weil die jungen Schülerinnen mit Begeisterung von beiden Sprachen erzählen. Und andererseits bestärkt es mich auch, weil die Schüler nicht von einer Überforderung sprechen. Das ist ja eines der Hauptargumente der Initianten.»

SRF: «Christoph Ziegler, Sie sagen die Kinder seien überfordert. Die KInder in unserer Umfrage sind es offenbar nicht...»

Christoph Ziegler: «Ich denke es ist für die Kinder schwierig nachzuvollziehen, ob sie tatsächlich überfordert sind. Und es ist ja auch nicht klar, was für Kinder Sie hier befragt haben. Ich will mich an die Fakten halten: Zwei Drittel aller Kinder erreichen die Lernziele im Frühfranzösisch nicht. Und das sollte einem zu denken geben.»

Das Gespräch in kompletter Länge gibt's als Audiofile in diesem Artikel. Geführt wurde es von Dorotea Simeon.

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