Köniz wählt Was die vielseitige Berner Gemeinde beschäftigt

Köniz vor den Wahlen 2017: Ein Rundgang vom Naherholungsgebiet an der Aare über das verkehrsreiche Zentrum aufs Land.

Landart-Objekt an der Aare im Eichholz.

Bildlegende: Alles im Lot im Eichholz an der Aare: Hier treffen wir nur glückliche Könizerinnen und Könizer. Elisa Häni/SRF

«Es ist sehr gemütlich hier», sagt ein Vater, der mit seinem Kind an der Aare spielt. Könnte etwas besser sein in der Gemeinde Köniz? Ihm kommt nichts in den Sinn. Ähnlich geht es einer jungen Mutter. Sie schätze die Vielseitigkeit und die Erholungsplätze in der Gemeinde. «Gleichzeitig ist man nahe bei Bern und kann gut ohne Auto leben.» Ein älteres Paar findet nur ein kleines Minus: «Sie könnten beim Wanderweg wieder mal die Sträucher schneiden.»

Hat die Gemeinde Köniz einfach Glück?

«Man muss fürs Glück auch etwas tun», findet Gemeindepräsident Ueli Studer (SVP), der nach bald 14 Jahren im Gemeinderat bei den Wahlen vom 24. September 2017 nicht mehr antreten kann. «Wir haben uns zum Beispiel immer auf die Fahne geschrieben, eine familienfreundliche Gemeinde zu sein.»

Ueli Studer und Katrin Sedlmayer, im Hintergrund Köniz Zentrum und der Könizberg.

Bildlegende: Ueli Studer und Katrin Sedlmayer haben gute Laune beim Gespräch über Köniz. (Im Hintergrund ein Teil davon.) Elisa Häni/SRF

Gemeinderätin Katrin Sedlmayer (SP; auch sie kann nach drei Legislaturen nicht mehr antreten) ergänzt, Köniz trage Sorge zu den Naherholungsgebieten. «Wir haben klare Grenzen zwischen städtischem und ländlichem Gebiet.»

Vom Aare-Plätschern zum Rauschen des Verkehrs

Verkehr am Kreisel im Zentrum von Köniz

Bildlegende: Köniz Zentrum: «Der Verkehr wird hier langsam zur Belastung», sagt ein Einwohner. Elisa Häni/SRF

«Eigentlich hat der Verkehr in den letzten Jahren nicht zugenommen», widerspricht Gemeinderätin Katrin Sedlmayer dem Empfinden eines Könizers. «Aber natürlich sind 16'000 Autos pro Tag viel.» Ein Thema, das die Gemeinde beschäftigt: Mit Tempo 30-Zonen wurde der Verkehr im Zentrum verlangsamt. Und es gibt eine Strategie mit dem Ziel, dass die Leute mehr mit ÖV, Velo oder zu Fuss unterwegs sind. Denn, sagt die Gemeinderätin: «Wir sind alle Teil der Mobilität, die auch stören kann.»

Raus aufs Land

Bauernhaus und Hügel in Oberscherli

Bildlegende: Auch Oberscherli mit seinen rund 460 Einwohnerinnen und Einwohnern gehört zur Gemeinde Köniz. Elisa Häni/SRF

«Ich bin hier nahe der Stadt und trotzdem mitten in der Natur», freut sich eine frisch nach Oberscherli Zugezogene. Ein junger Mann schätzt an der Gemeinde Köniz, wie Ausländer eingebürgert werden. «Man lebt zusammen, auch hier draussen.» Zwei Buben fahren mit dem Trottinett vorbei und wünschen sich nur etwas, das es noch nicht gibt in Oberscherli: Eine Skateranlage. «Dann würde man weniger drinnen sitzen und gamen.»

Köniz wählt am 24. September 2017

Die Ausgangslage
Vier von fünf Gemeinderatsmitgliedern können wegen Amtszeitbeschränkung nicht weitermachen. Nur der GLP-Vertreter im Gemeinderat tritt als Bisheriger an. Für die Wiederwahl braucht er auch Stimmen aus andern Parteien. So ist möglich, dass am Ende der Gemeinderat komplett neu zusammengesetzt wird.
Im Gemeinderat haben bisher die Parteien SP, SVP, Grüne, FDP und GLP je einen Sitz.
Fürs Gemeindepräsidium (bisher Ueli Studer, SVP) kandidieren eine Frau und fünf Männer:

- Annemarie Berlinger (SP)
- Thomas Brönnimann (GLP)
- Christian Burren (SVP)
- Thomas Frey (BDP)
- Hans-Peter Kohler (FDP)
- Hansueli Pestalozzi (Grüne)

Ein zweiter Wahlgang am 22. Oktober ist damit sehr wahrscheinlich.
Die Detailinformationen der Gemeinde Köniz zu den Wahlen 2017 finden Sie hier.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 12:03/17:30 Uhr)