Aktienkurse in Rekordhöhe US-Banken in Trump-Euphorie

Die Aussicht auf weniger Regulierung und steigende Zinsen treibt die Kurse der US-Banken in die Höhe. Die sechs grössten amerikanischen Banken haben seit der Wahl von Trump 280 Milliarden Dollar an Wert gewonnen. Dies sei aber nicht alleine Trumps Verdienst, sagt SRF-Börsenkorrespondent Jens Korte.

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Einschätzungen von Börsenkorrespondent Jens Korte

0:47 min, vom 17.2.2017

Wetten, dass mit Trump alles besser wird? So oder ähnlich dürften die Anleger an der Wall Street seit dem 8. November denken. Denn seit der Präsidentschaftswahl im November erleben die amerikanischen Bank-Aktien einen regelrechten Höhenflug. Die sechs grössten US-Banken sind heute 280 Milliarden Dollar mehr wert als vor Trumps Wahl, wie das «Handelsblatt» ausgerechnet hat.

Von der Hoffnung getrieben

Dieser Banken-Boom beruht auf dem Prinzip Hoffnung. Hoffnung darauf, dass Donald Trump die Zügel der Banken lockert, die nach der Finanzkrise angezogen wurden. So hat Trump kürzlich ein Dekret zur Deregulierung des Bankenwesens unterzeichtet und strebt damit eine Revision des «Dodd-Frank-Acts» an. Der «Dodd-Frank-Act» wurde unter der Obama Regierung als Reaktion auf die Finanzkrise erlassen und sollte verhindern, dass Steuerzahler für die Rettung der Banken haften müssen.

Tiefere Steuern und höhere Zinsen

Eine Rolle spiele auch, dass der amerikanische Präsident die Steuern senken will, sagt SRF-Börsenkorrespondent Jens Korte: «Das könnte schätzungsweise jährlich 12 Milliarden Franken in die Kassen der Banken spülen.» Auch die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank treibt die Kurse in die Höhe. Denn damit erhoffen sich die Banken, höhere Gewinne zu erzielen. Dazu kommt, dass Donald Trump einige ehemalige Wall-Street-Leute zu seinen Beratern gemacht hat. Und Trumps Finanzminister, der ehemalige Goldman-Sachs-Banker Steven Mnuchin, gilt nicht als Freund der Regulierung.

In der Schweiz haben – nach der Credit Suisse am Dienstag – die grössten Banken ihre Jahresergebnisse bereits vorgelegt. Diese sind zwar weniger gut als diejenigen der US-Banken, aber auch ihre Aktien zeigen seit der Trump-Wahl nach oben. Am stärksten zugelegt hat die Credit Suisse, gefolgt von Julius Bär und der UBS.

Einschätzung von SRF-Börsenkorrespondent Jens Korte

Die Bewertung der Banken ist historisch betrachtet sehr hoch. Alleine die Aktie von Goldman Sachs ist seit der Präsidentschaftswahl um fast 40 Prozent gestiegen und hat erstmals seit
der Finanzkrise wieder eine neue Rekordmarke erreicht. Aber konkret ist noch nichts passiert. Der amerikanische Präsident hat lediglich in Aussicht gestellt, die Steuern zu senken und die Regulierungen für die Banken zurückzufahren. Und wann und ob die amerikanische Notenbank die Zinsen anhebt, ist auch nicht klar. Klar ist aber, dass die neue Regierung nicht der einzige Grund ist, dass die Bank-Aktien gestiegen sind. JP Morgan zum Beispiel, die grösste amerikanische Bank, hatte letztes Jahr ein Rekordjahr.

Dodd-Frank-Act

Ein US-Gesetz mit dem Ziel, die Banken stärker zu regulieren und die Risikofreude der Banken zu dämpfen.

Der Name geht auf den damaligen Vorsitzenden des Senatsausschusses für Banken, Christopher J. Dodd, und den ehemaligen Vorsitzenden des Ausschusses für Finanzdienstleistungen des Repräsentantenhauses, Barney Frank, zurück.

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