Die schlimmste und beste Serie des Jahres

«The Handmaid's Tale» wurde erst Anfang Mai lanciert. Im Internet ist aber bereits eine Welle begeisterter Reaktionen losgebrochen. Serienfans sind sich einig: Das gezeigte Zukunftsszenario ist kaum auszuhalten. Trotzdem ist die Serie die wohl beste neue Serie 2017.

In Erziehungslagern werden die «Handmaids» für die Zwangsprositution geschult.

Bildlegende: In Lagern werden die «Handmaids» erzogen und für die Zwangsprositution geschult. Hulu

Serientipps

    • Serientipp: «The Handmaid's Tale»

      «The Handmaid's Tale»

      Die Serie zeigt ein schreckliches aber nicht allzu fernes Zukunftsszenario: Wegen Umweltverschmutzung ist ein Grossteil der Menschheit unfruchtbar. Fruchtbare Frauen macht der totalitäre Staat zu «Handmaid's». Sie werden in reiche Familien geschickt, dort von den Hausherren zeremoniell vergewaltigt und dienen der Oberschicht als Gebärmaschinen. So grauenhaft das Szenario, so schlimm die Tatsache, dass die Serie auf wahren Begebenheiten beruht. Vorlage für «The Handmaid's Tale» ist das gleichnamige Buch von Margret Atwood. Die Autorin sagt, jedes Details der Serie sei irgendwann irgendwo auf der Welt so passiert. Die Grauenhaftigkeiten sind als Zuschauer teilweise schwer zu ertragen. Trotzdem oder gerade deswegen fasziniert die Serie. Sie ist brillant gemacht und perfekt ins aktuelle Zeitgeschehen eingebettet, wo in vielen Ländern totalitäre Tendenzen immer stärker werden. Legal ist «The Handmaid's Tale» bislang erst in den USA via Streamingdienst «Hulu» verfügbar.

      Trailer «The Handmaid's Tale»

      2:01 min

    • Serientipp: «Tote Mädchen lügen nicht»

      «Tote Mädchen lügen nicht»

      Lob erntet die Netflixserie vor allem für ihren Appell, die Menschen sollen freundlicher zueinander sein. Diese Message verbreitet die Schülerin Hannah Baker auf Audiokassetten, die sie kurz vor ihrem Selbstmord aufgenommen hat. Auf jeder Kassette rechnet Hannah mit einem Highschool-Kollegen ab, der sie schlecht behandelt hat. Die Serie hat den Anspruch, tiefgründiger zu sein als andere Highschool-Geschichten und den Zuschauer tief ins Seelenleben von Hannah und ihren Mitschülern blicken zu lassen. Das gelingt bedingt. Die Serie bleibt oft an klassisch amerikanischen Highschool-Clichés hängen.

      Trailer «Tote Mädchen lügen nicht»

      3:07 min

    • Serientipp: «Designated Survivor»

      «Designated Survivor»

      Als «Designated Survivor» überlebt Wohnungsbauminister Thomas Kirkman als einziges Regierungsmitglied einen Terroranschlag auf das Kapitol in Washington. Er muss innert Minuten das Amt des US-Präsidenten übernehmen. Kiefer Sutherland spielt in der Serie für einmal keinen Haudegen sondern einen sanftmütigen und intelligenten Politiker, der anfänglich Mühe hat mit seinem neuen Job als mächtigster Mann der Welt. Sutherland spielt die Rolle brillant. Die Serie gehört zu den best gemachten US-Actionproduktionen der letzten Monate. Sie packt ab der ersten Minute und bietet interessante Einblicke ins Weisse Haus mit Machtspielchen, Geheimdiensten und Kriegsführung. In der Schweiz gibt's die Serie auf «Netflix».

      Trailer «Designated Survivor»

      1:56 min

    • The Man in the High Castle

      «The Man in the High Castle»

      Zu Beginn der 60er-Jahre haben die Achsenmächte Amerika unter sich aufgeteilt. Den Nazis gehört die Ostküste, den Japanern der Westen. Die von «Alien»-Regisseur Ridley Scott mitproduzierte Serie zeigt mit grosser Liebe fürs Detail eine Welt, in der die Nazis den zweiten Weltkrieg gewonnen haben. Neben der düster-romantischen Ästhetik überzeugt auch die Story um eine junge Amerikanerin, die beginnt, sich gegen die Regimes aufzulehnen und so in die Welt von Geheimdiensten und Spionen gerät. Die Serie ist erhältlich beim Dienst «Amazon Prime».

      Trailer «The Man in the High Castle»

      2:30 min

    • Serientipp: Big Little Lies

      «Big Little Lies»

      «Desperate Housewives» in cool. So könnte man «Big Little Lies» beschreiben. Drei überprivilegierte Mütter, die mit ihren Familien in Luxuswillen an der schroffen Küste von Monterey, Kalifornien, leben. Hinter der schönen Fassade spinnen sie allerdings wüste Intrigen. Die Serie ist in melancholisch-schönen Bildern gefilmt. Sie zeigt neben den Leben der Frauen auch die Aufklärung eines Mordes an einer Wohltätigkeitsgala. Als Bonus fürs Auge: Hollywood-Superhottie Alexander Skarsgård, der Nicole Kidmans Mann spielt. Die HBO-Serie gibt's in der Schweiz bei Teleclub (Sky Atlantic).

      Trailer «Big Little Lies»

      3:45 min

    • Serientipp: «Love»

      «Love»

      Anders als der Titel impliziert, geht es in dieser Netflix-Dramedy nicht nur um die Liebesgeschichte der beiden Hauptpersonen Gus und Mickey. Die Serie zeigt, wie der liebenswürdige Nerd Gus und die heisse Chaotin Mickey versuchen, mit ihrem Leben in Los Angeles klar zukommen. Man findet einige Parallelen zum eigenen Leben, über die man lachen und manchmal auch ein bisschen nachdenken kann. Zu finden bei «Netflix».

      Trailer «Love»

      3:45 min

    • Serientipp: "3%"

      «3%»

      Die erste Netflixserie aus Brasilien kommt ästhetisch etwas billig daher, ist aber durchaus sehenswert. In der Welt der Zukunft leben 97% der Menschen in Armut. Nur 3% sind privilegiert und leben im Überfluss auf einer Insel im Meer. Allerdings: Jeder Mensch hat einmal im Leben die Chance, mit einer Prüfung den Sprung auf die Insel zu schaffen. Das Assessment ist allerdings brutal und gnadenlos.

      Trailer «3%»

      3:00 min

    • «Search Party»

      «Search Party»

      Die vermutlich erste Serie des Genres „Mystery-Komödie“: Die überzeichneten Hauptfiguren gehen einem erst grauenhaft auf die Nerven, dann gewinnt man sie irgendwie doch lieb. Geschickt eingeflochten in den Grossstadthipster-Gesellschaftsspiegel ist die Handlung um das mysteriöse Verschwinden einer ehemaligen Schulkollegin. So ist die Serie eben nicht nur amüsant sondern auch ziemlich spannend. «Search Party» kann man auf diversen Portalen legal herunterladen, zum Beispiel bei «Amazon».

      Trailer «Search Party»

      2:13 min

    • Serientipp: «Westworld»

      «Westworld»

      Der Wilde Westen für jedermann zugänglich. Welcher Fan der alten Klassiker hätte da nicht davon geträumt? In «Westworld» wird diese Fantasie zur Realität. «Schausteller» sind menschenähnliche Roboter, die alles tun, was der echte Mensch ihnen befielt. Für 40'000 Dollar kann ein Besucher einen Tag im virtuellen Wilden Westen verbringen – inklusive Saloon-Kämpfen und Ausritten in den Sonnenuntergang. Bald beginnen die Gäste aber, die Roboter zu missbrauchen. Ein Aufstand bahnt sich an.

      Trailer «Westworld»

      1:45 min

    • Serientipp: «The Night Manager»

      «The Night Manager»

      Das britische Sexsymbol Tom Hiddleston spielt einen attraktiven und vertrauenserweckenden Nachtmanager eines Luxushotels in Kairo. Ein Gast vertraut ihm geheime Dokumente an, womit seine Verwandlung zum perfekten Undercoveragenten beginnt. Die Handlung erinnert an klassichen Agentstoff à la James Bond. Sie zeigt aber auch Konflikt und Korruption innerhalb des britischen Geheimdienstsystems auf und ist vielschichtiger als Bond-Filme.

      Trailer zu «The Night Manager»

      2:14 min

    • Serientipp «Please like me»

      «Please like me»

      Die Serie ist so etwas wie die homosexuelle, australische Version der New Yorker Kultserie «Girls». Die Serie dreht sich um den ziemlich verschrobenen Jugendlichen Josh, seine Freunde und Familie. Die Figuren sind köstlich überzeichnet: Die depressive Mutter, die sich mit Panadol und Baileys das Leben zu nehmen versucht, der dickliche Mitbewohner, dessen Lieblingsthema sein eigenes Geschlechtsteil ist, oder die überdrehte thailändische Stiefmutter, die Joshs WG gern als Babysitter nutzt, was meist keine gute Idee ist. Man könnte ihnen tagelang zusehen.

      Trailer «Please like me»

      2:43 min

Download: Die rechtliche Lage

In der Schweiz ist das Herunterladen von urheberrechtlich geschützten Werken (zum Beispiel Musik, Filme oder TV-Serien) für den Privatgebrauch erlaubt. Viele Filesharing-Netzwerke funktionieren aber standardmässig so, dass parallel zum Download auch ein Upload der Dateien stattfindet. Das Hochladen solcher Inhalte ist auch in der Schweiz verboten.