Serie «American Gods»: Totale Reizüberflutung

Sex, Gewalt und Drogen am Fernsehen sind wir uns längst gewohnt. Deshalb packt «American Gods» noch Wikinger, Zombies, Götter, Dämonen, Fabelwesen und zu guter Letzt eine ziemlich verwirrende Handlung in ein und dieselbe Serie.

Brutal aber schön: Männerfressende schwarze Schönheit in «American Gods».

Bildlegende: Brutal aber schön: Männerfressende schwarze Schönheit in «American Gods». Starz

Serientipps

    • Serientipp: «American Gods»

      «American Gods»

      Diese Serie spart nicht an nichts. Sex und Gewalt gibt es im Überfluss. Gleich in der ersten Szene schlachtet sich eine Horde Wikinger gegenseitig ab. In der zweiten Folge frisst eine bedrohlich schöne schwarze Frau einen dicklichen weissen Mann auf - aber nicht mit ihrem Mund - sie verleibt ihn sich durch ihre Vagina ein. Erstaunlicherweise ist das doch alles recht schön anzusehen. Die Ästhetik der Serie ist stark stilisiert. Blut sieht aus wie wunderbarer Orangensaft. Oft sitzt man vor dem Fernseher und staunt einfach über all die grauenhafte Schönheit. Allerdings: Auf eine stringente Handlung wartet man vergeblich. Die völlig unterschiedlichen Handlungsstränge fügen sich nicht wirklich zusammen. «American Gods» ist also weder leicht zu verstehen noch leicht zu verdauen. Verfügbar in der Schweiz via «Amazon Prime».

      Trailer «American Gods»

      2:13 min

    • Serientipp «Versailles»

      «Versailles»

      Die britische Boulevardzeitung «The Sun» hat die Sexszenen in Versailles gezählt und kommt auf bis zu sieben pro Stunde. Das seien so viele wie nie zuvor in einer am Fernsehen gezeigten Serie. Als Zuschauer fällt das allerdings nicht besonders auf, man ist sich nackte Haut am Fernsehen inzwischen gewohnt. Die Serie zeigt die Zeit des Aufstiegs von Sonnenkönig Louis XIV. Neben Intrigen am Hof wird in den zwei bereits gedrehten Staffeln auch der jahrzehntelange Bau des Prachtsschlosses von Versailles gezeigt. Die Serie ist bildgewaltig gedreht und man kriegt auf unterhaltsame Weise eine kleine Lektion in der Geschichte Europas im 17. und 18. Jahrhundert. Erhältlich ist die Serie unter anderem bei Netflix.

      Trailer «Versailles»

      2:19 min

    • Serientipp: «The Handmaid's Tale»

      «The Handmaid's Tale»

      Die Serie zeigt ein schreckliches aber nicht allzu fernes Zukunftsszenario: Wegen Umweltverschmutzung ist ein Grossteil der Menschheit unfruchtbar. Fruchtbare Frauen macht der totalitäre Staat zu «Handmaid's». Sie werden in reiche Familien geschickt, dort von den Hausherren zeremoniell vergewaltigt und dienen der Oberschicht als Gebärmaschinen. Die Serie ist brillant gemacht und perfekt ins aktuelle Zeitgeschehen eingebettet, wo in vielen Ländern totalitäre Tendenzen immer stärker werden. Legal ist «The Handmaid's Tale» bislang erst in den USA via Streamingdienst «Hulu» verfügbar.

      Trailer «The Handmaid's Tale»

      2:01 min

    • Serientipp: «Tote Mädchen lügen nicht»

      «Tote Mädchen lügen nicht»

      Lob erntet die Netflixserie vor allem für ihren Appell, die Menschen sollen freundlicher zueinander sein. Diese Message verbreitet die Schülerin Hannah Baker auf Audiokassetten, die sie kurz vor ihrem Selbstmord aufgenommen hat. Auf jeder Kassette rechnet Hannah mit einem Highschool-Kollegen ab, der sie schlecht behandelt hat. Die Serie hat den Anspruch, tiefgründiger zu sein als andere Highschool-Geschichten und den Zuschauer tief ins Seelenleben von Hannah und ihren Mitschülern blicken zu lassen. Das gelingt bedingt. Die Serie bleibt oft an klassisch amerikanischen Highschool-Clichés hängen.

      Trailer «Tote Mädchen lügen nicht»

      3:07 min

    • Serientipp: «Designated Survivor»

      «Designated Survivor»

      Als «Designated Survivor» überlebt Wohnungsbauminister Thomas Kirkman als einziges Regierungsmitglied einen Terroranschlag auf das Kapitol in Washington. Er muss innert Minuten das Amt des US-Präsidenten übernehmen. Kiefer Sutherland spielt in der Serie für einmal keinen Haudegen sondern einen sanftmütigen und intelligenten Politiker, der anfänglich Mühe hat mit seinem neuen Job als mächtigster Mann der Welt. Sutherland spielt die Rolle brillant. Die Serie gehört zu den best gemachten US-Actionproduktionen der letzten Monate. Sie packt ab der ersten Minute und bietet interessante Einblicke ins Weisse Haus mit Machtspielchen, Geheimdiensten und Kriegsführung. In der Schweiz gibt's die Serie auf «Netflix».

      Trailer «Designated Survivor»

      1:56 min

    • The Man in the High Castle

      «The Man in the High Castle»

      Zu Beginn der 60er-Jahre haben die Achsenmächte Amerika unter sich aufgeteilt. Den Nazis gehört die Ostküste, den Japanern der Westen. Die von «Alien»-Regisseur Ridley Scott mitproduzierte Serie zeigt mit grosser Liebe fürs Detail eine Welt, in der die Nazis den zweiten Weltkrieg gewonnen haben. Neben der düster-romantischen Ästhetik überzeugt auch die Story um eine junge Amerikanerin, die beginnt, sich gegen die Regimes aufzulehnen und so in die Welt von Geheimdiensten und Spionen gerät. Die Serie ist erhältlich beim Dienst «Amazon Prime».

      Trailer «The Man in the High Castle»

      2:30 min

    • Serientipp: Big Little Lies

      «Big Little Lies»

      «Desperate Housewives» in cool. So könnte man «Big Little Lies» beschreiben. Drei überprivilegierte Mütter, die mit ihren Familien in Luxuswillen an der schroffen Küste von Monterey, Kalifornien, leben. Hinter der schönen Fassade spinnen sie allerdings wüste Intrigen. Die Serie ist in melancholisch-schönen Bildern gefilmt. Sie zeigt neben den Leben der Frauen auch die Aufklärung eines Mordes an einer Wohltätigkeitsgala. Als Bonus fürs Auge: Hollywood-Superhottie Alexander Skarsgård, der Nicole Kidmans Mann spielt. Die HBO-Serie gibt's in der Schweiz bei Teleclub (Sky Atlantic).

      Trailer «Big Little Lies»

      3:45 min

    • Serientipp: «Love»

      «Love»

      Anders als der Titel impliziert, geht es in dieser Netflix-Dramedy nicht nur um die Liebesgeschichte der beiden Hauptpersonen Gus und Mickey. Die Serie zeigt, wie der liebenswürdige Nerd Gus und die heisse Chaotin Mickey versuchen, mit ihrem Leben in Los Angeles klar zukommen. Man findet einige Parallelen zum eigenen Leben, über die man lachen und manchmal auch ein bisschen nachdenken kann. Zu finden bei «Netflix».

      Trailer «Love»

      3:45 min

    • Serientipp: "3%"

      «3%»

      Die erste Netflixserie aus Brasilien kommt ästhetisch etwas billig daher, ist aber durchaus sehenswert. In der Welt der Zukunft leben 97% der Menschen in Armut. Nur 3% sind privilegiert und leben im Überfluss auf einer Insel im Meer. Allerdings: Jeder Mensch hat einmal im Leben die Chance, mit einer Prüfung den Sprung auf die Insel zu schaffen. Das Assessment ist allerdings brutal und gnadenlos.

      Trailer «3%»

      3:00 min

    • «Search Party»

      «Search Party»

      Die vermutlich erste Serie des Genres „Mystery-Komödie“: Die überzeichneten Hauptfiguren gehen einem erst grauenhaft auf die Nerven, dann gewinnt man sie irgendwie doch lieb. Geschickt eingeflochten in den Grossstadthipster-Gesellschaftsspiegel ist die Handlung um das mysteriöse Verschwinden einer ehemaligen Schulkollegin. So ist die Serie eben nicht nur amüsant sondern auch ziemlich spannend. «Search Party» kann man auf diversen Portalen legal herunterladen, zum Beispiel bei «Amazon».

      Trailer «Search Party»

      2:13 min

    • Serientipp: «Westworld»

      «Westworld»

      Der Wilde Westen für jedermann zugänglich. Welcher Fan der alten Klassiker hätte da nicht davon geträumt? In «Westworld» wird diese Fantasie zur Realität. «Schausteller» sind menschenähnliche Roboter, die alles tun, was der echte Mensch ihnen befielt. Für 40'000 Dollar kann ein Besucher einen Tag im virtuellen Wilden Westen verbringen – inklusive Saloon-Kämpfen und Ausritten in den Sonnenuntergang. Bald beginnen die Gäste aber, die Roboter zu missbrauchen. Ein Aufstand bahnt sich an.

      Trailer «Westworld»

      1:45 min

    • Serientipp «Please like me»

      «Please like me»

      Die Serie ist so etwas wie die homosexuelle, australische Version der New Yorker Kultserie «Girls». Die Serie dreht sich um den ziemlich verschrobenen Jugendlichen Josh, seine Freunde und Familie. Die Figuren sind köstlich überzeichnet: Die depressive Mutter, die sich mit Panadol und Baileys das Leben zu nehmen versucht, der dickliche Mitbewohner, dessen Lieblingsthema sein eigenes Geschlechtsteil ist, oder die überdrehte thailändische Stiefmutter, die Joshs WG gern als Babysitter nutzt, was meist keine gute Idee ist. Man könnte ihnen tagelang zusehen.

      Trailer «Please like me»

      2:43 min

Download: Die rechtliche Lage

In der Schweiz ist das Herunterladen von urheberrechtlich geschützten Werken (zum Beispiel Musik, Filme oder TV-Serien) für den Privatgebrauch erlaubt. Viele Filesharing-Netzwerke funktionieren aber standardmässig so, dass parallel zum Download auch ein Upload der Dateien stattfindet. Das Hochladen solcher Inhalte ist auch in der Schweiz verboten.