Google: Online-Fotodienst und bald verbessertes Android

An der jährlichen Entwicklerkonferenz «I/O» stellt Google jeweils die neuesten Produkte des Konzerns vor. Besonders interessant sind der neue Online-Fotodienst von Google sowie die neue Android-Version mit dem vorläufigen Namen «M».

Das Video von Dave Burke steht neben einem grossen Screen, das die App-Berechtigungen der neuen Version anzeigt.

Bildlegende: Was darf Whatsapp? Dave Burke, Android-Chefentwickler von Google, erklärt das neue System der App-Berechtigungen. Screenshot SRF

Google ist nicht nur die Suchmaschine – Google ist ein Konzern mit einer breiten Palette von Produkten. Das wurde erneut an der Eröffnungsrede zur «I/O» klar, die sich über zwei Stunden hin zog. Der Titel der Konferenz spielt zum einen auf «Innovation in the Open» als auch den Computerbegriff «Input/Output» (Eingabe/Ausgabe) an. An der «I/O» stellte Google nun neue Produkte vor, die von VR-Brillen im Selbstbau bis hin zu verbesserten Programmierwerkzeugen für Entwicklerinnen und Entwickler reichten.

Google Photos: Online Fotos und Videos verwalten

Google+, das soziale Netzwerk in Konkurrenz zu Facebook, konnte nie richtig durchstarten. Teil davon war ein Dienst, der Fotos verwaltete – diesen lagert Google nun in den eigenständigen Dienst «Google Photos» aus.

Damit ist es nun möglich, seine Fotos und Videos online zu organisieren und zu verwalten. Eine intelligente Bildersuche sortiert die Bilder automatisch nach Standort, Datum und den Personen, die auf den Fotos zu erkennen sind. Und wer nach «Strand» sucht, soll alle Strand-Bilder zu sehen bekommen, die er oder sie je geschossen hat. Dies soll funktionieren, ohne die Fotos vorher mit Schlagwörter zu versehen.

Daten für die Google-Forschung

Der Dienst ist ab sofort verfügbar. Auch eine entsprechende Smartphone-App steht bereit, um Fotos und Videos mit dem Online-Cloud-Dienst von Google zu synchronisieren. Zudem ist der Dienst gratis und der Online-Speicherplatz unbegrenzt. Und die Fotos sind nur für die jeweilige Userin sichtbar – also privat.

Mit «Photos» steht Google jedoch eine riesige Datenbank zur Verfügung, mit zahlreichen Informationen zu den Bildern. Dazu gehören etwa Kamera-Metadaten wie Standort und Kameratyp. Es ist deshalb anzunehmen, dass der Konzern diese Daten zur eigenen Forschung verwendet, etwa zur Gesichtserkennung. Oder für das eigene Werbe-Netzwerk, mit dem Google Profit erzielt.

Android «M»: Rechte freigeben in einfach

Google kündigte an der «I/O» auch seine neue Android-Version mit dem vorläufigen Namen «M» an. Diese soll ab Herbst verfügbar sein und bringt zahlreiche kleinere Verbesserungen mit. Zentral ist vor allem die neue Rechteverwaltung.

Denn Google gibt den Benutzerinnen und Benutzern mehr Kontrolle über Apps: Mit der neuen Android-Version soll man acht verschiedene Berechtigungen für Apps separat erteilen und sie auch wieder zu entziehen können (Kamera, Mikrofon, Kontakte, Standort, Telefonie-Funktion, SMS, Kalender, Gerätesensoren).

Endlich Schnüffel-Apps eingrenzen

Bislang hatte man bei einer App-Installation unter Android nur die Wahl, der App alle geforderten Rechte zu erteilen oder die App schlicht gar nicht zu installieren. Gezielt Rechte zu erteilen oder sie wieder zu entziehen, war nur bei den Smartphones von Apple und auf dem Smartphone-Betriebssystem Cyanogenmod möglich. Oder mit viel Aufwand und technischem Knowhow.

Mit diesem Schritt schränkt Google die oft sehr Rechte-hungrigen Apps zumindest etwas ein: Zahlreiche Anwendungen verlangen bei der Installation nach Rechten, die für die Funktion der Apps eigentlich gar nicht nötig wären. Diese dienen vermutlich vor allem dazu, dass die App-Hersteller mehr Informationen über ihre Userinnen und User gewinnen können.