Zuchtfische – eine ökologische Alternative zum Wildfang?

Fisch und Meeresfrüchte liegen im Trend: Kein anderer Lebensmittel-Sektor legte in den vergangenen Jahrzehnten so kräftig zu. Damit die hohe Nachfrage nach Fisch- und Meeresfrüchten gedeckt werden kann, werden diese immer häufiger in Farmen gezüchtet.

Fische im Netz.
Bildlegende: Zertifikate zeigen, welche Fischzuchten nachhaltig sind. Keystone

Laut WWF stammten 1970 nicht einmal vier Prozent der verzehrten Fische und Meeresfrüchte aus Zuchtbetrieben. Heute stammt bereits fast die Hälfte der weltweit konsumierten Fische aus Zuchten. Mit anderen Worten: Zuchtfische haben sich längst als Alternative zu Wildfischen etabliert. Doch auch bei den Fischzuchten gibt es Schattenseiten.

So sind die meisten gezüchteten Fische Raubfische, die mit ihrerseits mit Fischen gefüttert werden müssen. Oft stammen diese Futterfische aber aus Wildfang und tragen somit auch zur Überfischung der Gewässer bei. Dazu kommen weitere Probleme in den Fischzuchten wie der Einsatz von Chemikalien und Antibiotika oder nicht artgerechte Besatzdichten und Haltungssysteme. Als Konsument sollte man deshalb darauf achten, dass die Zuchtfische aus nachhaltiger Produktion stammen.

Das Label «Aquaculture Stewardship Council» (ASC) garantiert, dass die ASC-Betriebe die Wasserqualität einhalten und dass die Sterblichkeitsrate in ihrer Zucht gering ist. Ferner verfüttern sie zur Mast der Zuchtfische kein Fischmehl, das aus überfischten Beständen stammt. Auch bei Bio-Zuchtfischen hat man die Gewähr, dass für die Fütterung Abfälle der Speisefischindustrie verwendet, Mangrovenwälder geschont und Medikamente sehr zurückhaltend eingesetzt werden.

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Rudolf Trefzer