André Heller – ganz persönlich

Er zählt zu den erfolgreichsten und vielseitigsten Multimedia-Künstlern der Welt: der Wiener André Heller. Als Liedermacher, Poet, Gartengestalter, Eventmanager und Zirkuserfinder ist er seit Jahrzehnten unermüdlich kreativ. Jetzt, mit 69, legt er seinen allerersten Roman vor: «Das Buch vom Süden». Es ist die burleske Geschichte eines fleissigen Taugenichts, der auch gewisse Züge seines Schöpfers trägt. Welche – das verrät André Heller im Gespräch mit Luzia Stettler.

Beiträge

  • Das Buch vom Süden (Coverausschnitt)

    Die Sehnsucht nach dem Süden

    Ein fleissiger Taugenichts, Julian Passauer, aufgewachsen in einer Dienstbotenwohnung im Schloss Schönbrunn, ist von einem grossen Fieber geplagt: Es drängt ihn in den Süden. Später wird er am Gardasee nach Hause kommen und zu sich selber finden.

    André Heller zeigt sich in diesem Roman als begnadeter Fabulierer, der nicht nur Österreich einen kritischen Spiegel vorhält, sondern auch sprachlich überzeugt: Das «typisch Wienerische» trägt viel zur unterhaltsamen Lektüre bei.

    Buchhinweis: André Heller. Das Buch vom Süden. Zsolnay, 2016. (Hörbuch: Lübbe Audio, gelesen vom Autor)

    Luzia Stettler

  • André Heller legt seinen ersten Roman vor (Bild: Suzy Stöckl / Zsolnay Verlag)

    Eigene Erfahrungen aufgearbeitet

    Zehn Jahre lang hat André Heller an diesem «Buch des Südens» gearbeitet: «Es war so eine Art Wurzelziehen aus dem, was mich beeindruckt hat in meinem Leben – sei es, weil es besonders gelungen oder besonders missglückt war», sagt er im Gespräch mit Luzia Stettler.

    Er habe bewusst das Dunkle in diesem Buch nicht ausgespart: «Aber es war für mich sehr wichtig gewesen, dass mitten im Schrecklichsten dann plötzlich wieder ein vor Lachen berstender Augenblick sein kann.»

    Luzia Stettler

  • André Heller's Paradiesgarten am Gardasee (Bild: commons.wikimedia)

    Paradiesische Zustände

    Der Roman «Das Buch vom Süden» kann auch als Liebeserklärung an opulente Gärten gelesen werden. Am Gardasee findet nämlich Hauptfigur Julian Passauer jeweils Erholung in einem paradiesischen «Eidechsen-Garten» eines Nachbarn.

    André Heller hat selber vor Jahren einen Park am Gardasee angelegt und vor Kurzem auch in Marrakesch einen «Garten Eden» eröffnet. Im Gespräch mit Luzia Stettler erklärt er die politische Ambition hinter dem Projekt «Anima»: Er will für die Einheimischen gezielt Arbeitsplätze schaffen, um so Alternativen zur Emigration nach Europa anzubieten.

    Luzia Stettler