Leben auf Standby

Die Inderin Shumona Sinha und der deutsch-irakische Autor Abbas Khider erzählen in ihren Büchern, wie schwierig es für Flüchtlinge ist, in der Fremde ein neues Leben anzufangen. Denn in der Fremde angekommen, heisst es erst einmal warten: warten auf einen Entscheid der Ausländerbehörde, warten auf das Bleibe-Recht oder warten auf die Abschiebung.

Beiträge

  • Szene auf dem Migrationsamt (Bild: Keystone)

    «Erschlagt die Armen»

    Shumona Sinha kritisiert in ihrem Buch «Erschlagt die Armen!» die Missstände im französischen Asylwesen. Denn so wie die Hauptfigur in ihrem Roman, hat auch Shumona Sinha als Übersetzerin für die französische Ausländerbehörde gearbeitet.

    Was sie dort erlebt hat, beschreibt sie eindrücklich aus der Perspektive einer jungen Frau, die einem Flüchtling gegenüber die Nerven verliert und ihm mit der Weinflasche eins überzieht.

    Buchhinweis: Shumona Sinha. Erschlagt die Armen. Edition Nautilus, 2015.

    Annette König

  • Die Autorin Shumona Sinha (Bild: Patrice Normand)

    Shumona Sinha im Gespräch

    Wegen ihrem Roman «Erschlagt die Armen!» hat Shumona Sinha ihren Job als Übersetzerin bei der französischen Ausländerbehörde verloren. Die Behörde hat ihr gekündigt.

    Wir sprechen mit der Autorin über die Hintergründe ihres Buches und darüber, wie ein gut funktionierendes Asylsystem aussehen könnte.

    Annette König

  • Der Autor Abbas Khider (Bild: Peter-Andreas Hassiepen)

    «Ohrfeige»

    Der deutsch-irakische Autor Abbas Khider erzählt in seinem Roman «Ohrfeige» von der grossen Verzweiflung eines jungen Mannes, der als Flüchtling nach Deutschland kommt, um ein neues Leben anzufangen. Doch damit ist vorerst mal nichts.

    Dreieinhalb Jahre lang muss er sich mit Warten die Zeit totschlagen bis zu seiner Abschiebung. Doch bevor er geht, stattet er seiner zuständigen Sachbearbeitern bei der Ausländerbehörde einen letzten Besuch ab. Er will, dass sie ihm endlich zuhört.

    Buchhinweis: Abbas Khider. Ohrfeige. Hanser, 2016.

    Annette König