Erbschaft, nein danke!

  • Donnerstag, 18. Mai 2017, 20:05 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 18. Mai 2017, 20:05 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Freitag, 19. Mai 2017, 1:45 Uhr, SRF 1
    • Freitag, 19. Mai 2017, 11:15 Uhr, SRF 1

Eine Studie schätzt das vererbte Vermögen in der Schweiz im Jahre 2015 auf rund 76 Mrd. Franken, Tendenz steigend. Diese Zahl erweckt den Anschein, eine Erbschaft ist ein wahrer Geldsegen. Doch eine Hinterlassenschaft ist nicht immer ein Geschenk. Sie ist oft Anlass für Konflikte und Streitigkeiten.

Ein Film von Clémentine Bugnon, Sabine Kennel und Renato Barnetta

Es ist eine alte Geschichte und eine leidige zugleich: Schlecht in die Wege geleitete Erbschafts- und Nachlassangelegenheiten. Da ist zum Beispiel ein Testament, das eines der Kinder bevorzugt und ein anderes tief verletzt. Oder das Erbe besteht nur aus Schulden. Solche Erbschaften sind häufig. Und nicht selten beginnen mit der Eröffnung des Testaments tiefgreifende Familienkonflikte.

Dieser Film handelt von tragischen Familiengeschichten aus der Westschweiz, von wunderschönen Schlössern, die sich die Hinterbliebenen gar nicht leisten können und von Erbschaften, welche man besser ausgeschlagen hätte, da sie nichts weiter als hohe Schulden gebracht haben.

Paulette wurde in den 40er Jahren als uneheliches Kind geboren. Ihr Vater hatte sie nie anerkannt und mit ihrer Mutter hat sich die Tochter zerworfen. Paulette fühlte sich von ihr nie richtig angenommen und brach den Kontakt ab. Nachdem die (leibliche) Mutter verstarb, hoffte Paulette als Erbin nun etwas Anerkennung zu bekommen. Doch das Zerwürfnis reichte noch weit über den Tod hinaus. Am Ende blieb Paulette nicht einmal das kleinste Erinnerungsstück.

Eine komfortable Erbschaft schienen Philip Grand d'Hauteville und seine zwei Geschwister zu machen. Die drei erbten ein ganzes Schloss mit fünf Nebengebäuden und dazu 27 Hektar Land. Doch das Schloss entpuppte sich als Fass ohne Boden. Das Dach war in einem schlechten Zustand und der Putz der Fassade bröckelte. Der Nachlass bestand aber nur aus dem Schloss und dessen Einrichtung. Das benötigte Geld, um das Erbe zu unterhalten, fehlte. Am Ende blieb der Erbgemeinschaft nur eins: Das Tafelsilber und schliesslich das ganze Schloss zu verkaufen.

In der Praxis stellen Erbrecht-Experten fest, dass ein erhoffter Geldsegen durch eine Erbschaft oft ausbleibt. Am Ende sind es sogar Schulden des Verstorbenen, auf denen die Erben sitzenbleiben. Oder die Streitigkeiten um das Erbe verschlingen ein halbes Vermögen für Anwälte und Prozesskosten. Die Erbschaft entpuppt sich dann als ein finanzielles Desaster.

Auch emotionale Altlasten können die Erbschaft zu einem wahren Albtraum werden lassen. Verletzte Gefühle aus der Kindheit kommen auf und am Ende streiten die Erben nicht mehr um das Elternhaus, sondern um den Familienweihnachtsschmuck.

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