Helden des Abfalls

  • Donnerstag, 25. Mai 2017, 22:25 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 25. Mai 2017, 22:25 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Freitag, 26. Mai 2017, 3:00 Uhr, SRF 1
    • Samstag, 27. Mai 2017, 10:00 Uhr, SRF 1

Was tun, wenn man an paradiesischen Stränden Thailands, mitten im Naturschutzgebiet, Tonnen von Plastikmüll, Styropor und alten Flip Flops antrifft? «Aufräumen», sagten sich die Schweizer Roman Peter und Darius Vakili und gründeten die Initiative «Trash Hero». Nun feiern sie internationale Erfolge.

Ein Film von Bruno Amstutz

Jeden Montag versammeln sich Touristen und Einheimische am Strand von Koh Lipe, einer winzigen Insel im südlichsten Thailand. Sie brechen auf zu einem Ausflug, der so gar nicht nach Ferien klingt: Müll sammeln und aufräumen. Im umliegenden Nationalpark sehen die Reisenden Schockierendes: Strände, die übersät sind mit Zivilisationsmüll. PET-Flaschen, Motorradhelme, Styroporkisten, angespült nicht nur aus Thailand, sondern auch aus Malaysia, Indonesien oder den Malediven. Das gemeinsame Aufräumen soll nicht nur vor Augen führen, was der Abfall anrichten kann, sondern auch das Gefühl wecken, dass man selber etwas tun kann. Das ist die Idee von «Trash Hero».

Das Projekt entsteht 2013. Roman Peter, ein IT-Fachmann aus dem luzernischen Inwil, will eigentlich eine einjährige Weltreise machen, doch schon nach zwei Monaten bleibt er auf Koh Lipe hängen. Bei Tauchausflügen sieht er die vermüllten Strände. Quasi in der Hängematte fasst Peter mit anderen Touristen und Einheimischen den Entschluss, etwas zu unternehmen. Einer davon ist Darius Vakili, ein Schweizer, der seit 15 Jahren auf Koh Lipe verwurzelt ist. Er betreibt mit seiner thailändischen Ehefrau ein Strand-Restaurant und Hostel.

Der montägliche «Cleanup» ist ein Erfolg und wird zur Institution. Andere Orte in Thailand folgen dem Beispiel. Peter und Vakili gründen mit drei anderen Schweizern einen Verein, um Spenden sammeln zu können. Sie führen auf Koh Lipe ein System ein, das Plastikflaschen durch wiederverwendbare Metalltrinkflaschen ersetzt. Die «Trash Hero»-Idee breitet sich aus, über Thailand nach Indonesien und Myanmar. Doch das schnelle Wachstum führt zu Spannungen zwischen den Gründern. Was soll «Trash Hero» sein? Ein lokales, ehrenamtliches Projekt? Oder eine einheitliche, weltweite Bewegung, die irgendwann professionalisiert werden muss? Brüche sind unvermeidlich.

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