Im Schatten des Everest – Aufbruch zu neuen Ufern (Teil 2)

Es ist die Geschichte eines jungen Paares: von Norbu Sherpa, der sieben mal auf dem Gipfel des Everest stand und der Schweizer Anwältin Andrea Zimmermann. Gemeinsam wollen sie den Everest besteigen. Als Nepal aber im April 2015 von einem Erdbeben erschüttert wird, beginnen sie stattdessen zu helfen.

Ein Film von Frank Senn und Otto C. Honegger

Von Namche Bazar, dem Zermatt des Everestgebietes, geht Norbus Reise weiter. Er besucht Sherpadörfer, aus denen viele der Gipfelbesteiger stammen. Andrea ist bereits vorher mit einer kleinen Trekkinggruppe aufgebrochen.

In Khumjung trifft Norbu auf eine Legende, den Sherpa Phurba Tashi, der 21 Mal auf dem Everest stand, aber auf Wunsch seiner Familie beschloss, nach dem Erdbeben nie mehr auf einen 8000-er zu steigen. Sein Dorf wurde vom Beben weitgehend zerstört aber dank Spenden aus dem Ausland und eigenen Mitteln konnten die Bewohner ihre Häuser wieder aufbauen. Denn das Gebiet um den Everest boomt, die Touristen bringen die notwendigen Einnahmen.

In Pangboche gehen Norbu und Andrea darauf einmal mehr zu Lama Geshe. Der hat ihnen vor zwei Jahren geraten, statt auf den Everest zu klettern, lieber etwas Gutes zu tun. Jetzt holen sie sich den Segen für den Aufbau ihres Schulprojektes in Leptung. Sie konnten es dank ihres Erfolgs mit Spenden aus der Schweiz finanzieren.

Diese Schule liegt weitab vom Everest in der Gegend von Charikot. Dort sind die Spuren des Bebens noch allgegenwärtig, denn das Gebiet profitiert kaum vom Tourismus. Hier sind auch andere Hilfswerke, wie das Schweizerische Rote Kreuz, tätig. Aber alle haben Mühe mit den Auflagen und der Ineffizienz der Regierung. Statt Direkthilfe für die Ärmsten zu leisten, müssen sie ihr Spendengeld langfristig einsetzen, sie bauen Musterhäuser und bilden Maurer aus.

Auch bei Norbu und Andreas Schulprojekt läuft nicht alles wie geplant. Die Fertigelemente aus der Schweiz sind irgendwo zwischen Kolkata und Kathmandu und demnächst sollen freiwillige Helfer aus der Schweiz eintreffen. Norbu und Andrea, die ihre Freizeit in den Aufbau der Schule stecken, machen dem Rektor der Schule klar, dass auch die Einheimischen mithelfen müssen, damit der Schulbetrieb nach dem Bau auch wirklich stattfindet.

Höhepunkt in Leptung ist die Ankunft von Greg Comina, dem Architekten und Sponsor aus der Schweiz. Alle 340 Schüler und Schülerinnen stehen Spalier, um ihn sowie natürlich Andrea und Norbu zu feiern. Mit Blumengirlanden, Gesängen und Tänzen werden sie geehrt. Nach dem Everest haben Norbu und Andrea mit der Schule einen zweiten Gipfel erklommen: Sie machten Träume wahr und geben Kindern eine Zukunft.

Hier kommen Sie zur ersten Folge der Serie.

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