Unter Druck – Wie Schweizer Firmen mit der Frankenstärke kämpfen

  • Donnerstag, 16. März 2017, 20:05 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 16. März 2017, 20:05 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Freitag, 17. März 2017, 1:25 Uhr, SRF 1
    • Freitag, 17. März 2017, 11:15 Uhr, SRF 1

Über Nacht rund 20 Prozent teurer: Mit diesem Hindernis kämpfen seit dem 15. Januar 2015 die Schweizer Exportfirmen. Der Nationalbank-Entscheid, den Mindestkurs aufzugeben, trifft sie hart. «DOK» hat drei Firmen begleitet und beobachtet, wie sie mit dieser Herausforderung umgehen.

Ein Film von Hansjürg Zumstein

Den 15. Januar 2015 werden viele nicht so schnell vergessen: Überraschend teilt an diesem Tag die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit, der Mindestkurs gegenüber dem Euro werde nicht länger mit Devisenkäufen gestützt. Schlagartig steigen die Preise für Exportprodukte um 15 bis 20 Prozent an, viele Exportfirmen stehen am Abgrund.

«DOK» hat zahlreiche Firmen kontaktiert und gefragt, ob wir beobachten können, wie sie mit der anspruchsvollen Situation umgehen. Die meisten haben sofort abgelehnt – zu heikel, zu unsicher schien ihnen die Lage anfangs 2015. Drei Firmen hingegen haben damals zugestimmt – trotz der ungewissen Ausgangslage: die Schurter Gruppe, Luzern (Sicherungstechnik), PB Swiss Tools, Wasen im Emmental (Werkzeuge) und thuba AG, Allschwil bei Basel (Explosionsgeschützte Produkte).

Alle drei sind Familienunternehmungen mit einem Exportanteil von rund zwei Dritteln. Und sie haben teilweise auch Auszeichnungen bezüglich hervorragendem Umgang mit ihren Angestellten gewonnen. «DOK» begleitete zwei Jahre lang den Alltag dieser KMU und zeigt, wie Management und Personal mit der herausfordernden Situation umgehen.

Der Entscheid der Nationalbank brachte die Firmen unter enormen Druck. Entlassungen – wenn auch in vergleichsweise kleinem Umfang – waren bei einem Unternehmen laut dem Management unumgänglich. Zudem beschleunigte diese Firma ihre Pläne, in Tschechien eine neue Fabrik aus dem Boden zu stampfen. Eine andere konzentrierte ihre Produktion auf einen Standort – und führte mit Einverständnis der Arbeitnehmer zwei Stunden Mehrarbeit pro Woche ein. Und die dritte wagte sich in neue Geschäftsfelder – Personalabbau ist für den Firmeninhaber tabu.

Der Film gewährt einen Einblick in jene Welt, die für Hunderttausende von Schweizer Arbeitnehmern die tägliche Realität darstellt.

Autor: Hansjürg Zumstein
Mitarbeit: Florian Frei
Kamera: Tom Vignau, Samuel Bürgler, Hansjürg Zumstein
Ton: Hannes Wulf
Schnitt: Gisela Weibel
Musik: Fabian Römer
Produktionsverantwortung: Monika Zingg
Leitung: Belinda Sallin

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