Innovationskraft Pornografie: Wo Triebe Triebe trieben

Sie ist überall und nirgendwo. Die Pornografie. Eine Industrie, die Millionen von Augen füttert, aber doch nicht fassbar ist. Die moralische Fragen aufwirft. Und die schon immer technologische Innovation und Fortschritt angekurbelt hat.

Auswahl von pornografischer Fotografie aus dem 19. Jahrhundert
Bildlegende: Pornografische Aufnahmen aus dem 19. Jahrhundert SRF

Wo andere Branchen Risiken scheuen oder sich auf öffentliche Unterstützung verlassen, prescht die Pornoindustrie vor. «Die riesige Nachfrage, aber auch der Mangel an öffentlicher Unterstützung macht die Branche anpassungsfähig und innovativ», sagt Kate Darling, ETH-Absolventin und Forscherin am Massachusetts Institute of Technology, die die Branche wissenschaftlich unter die Lupe genommen hat. Sie habe bei ihren Untersuchungen zur eigenen Überraschung einige der cleversten und progressivsten Leute getroffen, die ihr je über den Weg gelaufen sind.

Die Pornoindustrie passt sich viel schneller Veränderungen an

Ein neues Medium, wie zum Beispiel Virtual Reality, setzt sich erst durch, wenn es dazu taugt, Erotik zu verbreiten. Dieser Meinung ist Fritz Franz Vogel, Schweizer Bildwissenschaftler und Sammler von pornografischer Fotographie. Die Fotografie habe sich nach ihrer Geburtsstunde 1839 so schnell verbreitet und entwickelt dank pornografischen Inhalten. Das Bedürfnis die expliziten Aufnahmen noch erlebbarer zu machen, habe Entwicklungen wie Nahaufnahmen, Kolorierungen oder Stereofotografie vorangetrieben.

Um erotische Bilder noch lebendiger erscheinen zu lassen, waren frühe Fotografen ihrer Zeit häufig weit voraus

Wo hat die Pornoindustrie technologischen Fortschritt angekurbelt und gefördert? Die Sendung Doppelpunkt stellt die moralischen Fragen für einmal in den Hintergrund und betrachtet die Branche, die auch das Internet gross gemacht haben soll, aus der Warte ihrer Innovationskraft.

Redaktion: Patricia Banzer