«The Interview» - Diktator dissen

Nach Terror-Drohungen, Hacker-Angriffen und Kurzschluss-Reaktionen des Filmstudios Sony kommt der Klamauk «The Interview», der Nordkoreas Diktator Kim Jong-Un verspottet, nun also in die Kinos. Aber er ist nur für jene ein Muss, die unbedingt mitreden wollen.

Kim Jong-Un (Randall Park) empfängt Dave (James Franco) und Aaron (Seth Rogen).
Bildlegende: Kim Jong-Un (Randall Park) empfängt Dave (James Franco) und Aaron (Seth Rogen). Walt Disney

Der Film beginnt als Parodie von Talk Shows. So outet sich Eminem im Live-Gespräch mit Moderator Dave Skylark (James Franco) als schwul. Und Matthew McConnaughey wird nur in die Sendung eingeladen, weil er eine Ziege gefickt haben soll.

Gleich in den ersten Minuten macht der Film also klar, auf welchem Niveau er sich bewegt. Und das sinkt im Verlauf der Handlung eher noch tiefer. Wer solche derben Spässe lustig findet, wird sich im Kino bestens amüsieren, alle anderen seien gewarnt.

Explodierender Kopf
Skylarks Produzent Aaron Rapaport (Seth Rogen) möchte gern mal etwas Gehaltvolleres machen. Die erste solche Chance, die sich bietet, ist Nordkoreas Diktator Kim Jong-Un (Randall Park). Der ist Fan der TV-Sendung «Skylark Tonight» und stellt sich für ein Interview zur Verfügung.

Doch dann tauchen zwei CIA-Agenten bei Dave und Aaron auf. Sie wollen, dass die beiden Kim Jong-Un töten. Und dass ihnen das gelingen wird, weiss die Welt ja schon lange. Nach viel Tohuwabohu explodiert Kim Jong-Uns Kopf.

Einer der kontroversesten Filme
Hätte der reale Kim Jong-Un deswegen den Film nicht als «act of war» bezeichnet und hätten Nordkoreaner nicht das Hollywood-Studio Sony gehackt, wäre der Film rasch in Vergessenheit geraten. So aber geht er als einer der kontroversesten Filme überhaupt in die Geschichte ein.

Aber die Klasse eines «The Great Dictator», in dem Charlie Chaplin 1940 Hitler blossstellte, erreicht «The Interview» nicht mal annähernd. Dazu ist der Humor zu grobschlächtig. Das beste am Film ist die Selbstironie, etwa als TV-Star Skylark mit Kim Jong-Un fraternisiert, weil er dessen Reichtum geil findet. 3 von 6 Filmbären.

Trailer E / Trailer D

Autor/in: Reto Baer