Vier zum Volk (2/4): Petra Gössi

Vier Nationalräte arbeiten in einem Umfeld, das ihrer politischen Gesinnung teilweise widerspricht. In der zweiten Folge ist die Schwyzer FDP-Nationalrätin und Parteipräsidentin Petra Gössi drei Tage lang auf einem Bio-Bauernhof im aargauischen Full-Reuenthal tätig.

Auf dem Kleinbauernhof trifft die Politikerin auf den Biobauern Hanspeter Meier. Der 58-Jährige hat den Betrieb von seinem Vater übernommen und schwört seit jeher auf Bio. Auf seinem Hof baut der Landwirt über 60 Gemüsesorten an und verkauft sie in Form von Abokisten an seine Kunden. «Ich bin überrascht, wie wenig Petra Gössi über Bio weiss. Vielleicht weiss sie mehr über Statistiken, aber nicht darüber, was im Boden abgeht», so sein Fazit nach dem ersten Arbeitstag. Auch Gössi zeigt sich nach ihrem ersten Arbeitseinsatz überrascht: «Am ersten Tag musste ich auf dem Feld Nüsslisalat schneiden und habe ihn vor lauter Unkraut kaum gesehen».

Meier und Gössi verstricken sich in Grundsatzdiskussionen über die freie Marktwirtschaft und Innovation statt Subvention. Der Bauer wünscht sich mehr staatliche Leitplanken und kämpft mit Wettbewerbsverzerrungen, weil «der Unterschied zwischen Bio und konventionell hergestellten Produkten zu hoch ist.» Gössi kontert: «Der Bio-Markt wächst und die Konsumenten sind frei in ihrer Wahl. Viele sind auch bereit, mehr dafür auszugeben, besonders für innovative Produkte».

Während drei Tagen prallen Welten in punkto Liberalismus, Bio und Gentech aufeinander. «Was ich gelernt habe: Es gibt noch etwas anderes neben der Politik. Ich habe definitiv einen anderen Blickwinkel gewonnen».

Biobauer Meier zeigt sich beeindruckt, wie sich die Politikerin in die Arbeit auf dem Biohof reinkniet. Sein Bild von der «Politikerkaste» habe sich etwas verändert. «Sie ist ganz anders, als ich sie vom Fernsehen kenne.». Die Politikerin verteidigt sich: «Er hat ein typisches Klischee erwartet. Das hat nichts mit der Realität zu tun».

Artikel zum Thema