«Der Heiratsantrag» und «Schwanengesang» von Anton Tschechow

«Theaterstück in vier Viertelchen» und «Vaudevillechen». So und ähnlich nannte Anton Pawlowitsch Tschechow liebevoll ironisch seine Bühnen-Einakter. Zwei davon, «Der Heiratsantrag» und «Schwanengesang», bilden den heutigen, genüsslichen Hörspielabend.

Anton Tschechow in Nizza. Ein Porträt (1898) von Ossip Bras.
Bildlegende: Anton Tschechow in Nizza. Ein Porträt (1898) von Ossip Bras.

«Der Heiratsantrag»

Ein junger Mann, adrett anzusehen in seinen Sonntagskleidern, möchte einen Heiratsantrag machen. Und seine Angebetete würde ihn auch gern heiraten. Dumm ist nur, dass die beiden benachbarte Gutsbesitzer sind, die um ein Stück Ackerland in heftigsten Streit geraten.

Dieser «Scherz in einem Akt» entstand 1888. Satirisch nimmt Tschechow die Verlogenheit der Gutsbesitzer aufs Korn, denn um Zuneigung oder gar Liebe geht es hier zuallerletzt. «Der Heiratsantrag» wurde 1889 in St. Petersburg uraufgeführt.

Mit: Georg Mark-Czimeg (Stepan Stepanowitsch, Gutsbesitzer), Dorit Fischer (Natalia Stepanowna), Kurt Beck (Iwan Wassiljitsch Lomow, Tschubukows Nachbar), Nelly Rademacher (Dienstmädchen bei Tschubukows)

Regie: Kurt Bürgin / Produktion: SRF 1959 / Dauer: 32'

«Schwanengesang»

Der alte Schauspieler Wassili Wassiljitsch ist betrunken in der Garderobe eingeschlafen. Er verpasst die Theaterschliessung und lässt nun in der Bühnenschwärze sein Leben Revue passieren: ein bitteres Résumé - wäre da nicht der Souffleur Nikituschka, der ebenfalls im Theater übernachtet.

«Eine ausgepresste Zitrone bin ich, eine Lutschstange, ein rostiger Nagel. Und du bist eine alte Theaterratte.» Die dramatische Etüde «Schwanengesang» entstand Anfang 1887.

Mit: Ignaz Kirchner (Wassili Wassiljitsch Swetlowidow), Rudolf Wessely (Nikita Iwanytsch)

Musik: Klaus Buhlert / Regie: Elisabeth Panknin / Produktion: DLF/ORF 2004 / Dauer: 18'

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Redaktion: Margret Nonhoff