«Geld und Geist» von Jeremias Gotthelf (3/10)

Das Zerwürfnis in der Familie von Liebiwil hat seinen zermürbenden Höhepunkt erreicht. Da vollzieht sich im Herzen von Änneli eine wunderbare Wandlung, als sie allein durch Hofstatt und Felder zieht und der Harmonie zwischen Himmel und Erde gewahr wird.

Bildlegende: zVg Emmental Tourismus

Änneli erkennt die tiefere Ursache des Unglücks, erkennt seine Schuld und findet am Abend dieses denkwürdigen Tages den Weg zur Versöhnung mit Chrischte, ihrem Mann. Schliesslich findet die ganze Familie wieder zusammen. Da kündigt der gellende Ruf der Feuerglocke neues Unheil an.

Hier endete die ursprüngliche Erzählung mit dem Titel «Geld und Geist oder die Versöhnung». 1843 veröffentlichte Gotthelf diesen Text im zweiten Band seiner «Bilder und Sagen aus der Schweiz». Die Geschichte vom ehelichen Zerwürfnis und der Versöhnung der Bauersleute von Liebiwil war ursprünglich als geschlossene Erzählung geplant.

Im letzten Augenblick hielt sich der Dichter durch das am Schluss überraschend angehängte Motiv des Feuerlärms die Möglichkeit einer Fortsetzung offen. Diese erschien dann im folgenden Jahr, 1844, verteilt auf den vierten und fünften Band der «Bilder und Sagen aus der Schweiz».

«Es ist nicht so üppig, heiter und kraftstrotzend wie andere Bücher des Dichters, aber nach der vorherrschenden und vielleicht begründeten Meinung der Gotthelf-Forschung seine vollkommenste Dichtung», heisst es im Kindler-Literaturlexikon über Gotthelfs «Geld und Geist».

Mit: Elisabeth Müller-Hirsch (Änneli), Hans Gfeller (Chrischte), Hansjörg Ammann (Sohn Chrischteli), Iris Zehnder (Tochter Annelisi), Urs Hirschi (Sohn Resli), Heinrich Rohrer (Der Dorngrütter), Gertrud Demenga (Frau vom Dorngrütter), Elisabeth Berger (Annemareili), Kurt Weibel (Pfarrer), Charlotte Braun (Erzählerin), Roland Keller (Erzähler), Robert Egger (Der Leser), u. a.

Hörspielfassung: Hans Rudolf Hubler

Regie: Robert Egger

Produktion: SRF 1966

Dauer: 62'