«Klemens» von Markus Werner

Zur Erinnerung an den am Sonntag verstorbenen Schriftsteller Markus Werner ändert SRF 1 das Hörspiel-Programm. Statt eines Krimis aus Chicago ist die Wiederholung des preisgekrönten Mundart-Monologes «Klemens» zu hören. Dieser entstand 2009 nach Passagen aus Werners Roman «Froschnacht».

Markus Werner verfasste sieben Romane – allesamt von der Kritik hoch gelobt.
Bildlegende: Markus Werner verfasste sieben Romane – allesamt von der Kritik hoch gelobt. KEYSTONE/Ayse Yavas

«Froschnacht» erschien bereits 1985. Darin kontrastierte Markus Werner die Geschichte eines Sohnes mit dem Monolog seines alten Vaters. Dieser Klemens Thalmann ist Bauer. Er geht im Stall von Kuh zu Kuh, melkt sie und lässt dabei sein Leben Revue passieren. Er hadert, schimpft, flucht – ein alter «Muderi», wie seine Haushälterin Kläri meint.

Doch hinter Thalmanns Übellaunigkeit, Grimm und Bitterkeit kommt immer mehr der verletzte und verletzliche Kern eines geprüften Menschen zum Vorschein: der Tod seiner Frau, die früh verstorbene Tochter, seine Schwermut.

Hörspiel-Regisseur Geri Dillier hat den scharfkantig-authentischen Text von Markus Werner in Obwaldner Mundart übertragen und mit dem Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart fürs Radio inszeniert. Entstanden ist das eindrückliche Portrait eines Menschen, der sich den Zumutungen des Lebens wortgewaltig entgegenstemmt.

Diese SRF-Produktion wurde 2010 als bestes regionales Hörspiel im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet.

Mit: Hanspeter Müller-Drossaart als Klemens Thalmann

Tontechnik: Franz Baumann - Musik: Roland von Flüe - Mundartfassung und Regie: Geri Dillier - Produktion: SRF 2009 - Dauer: 47'

«Klemens» kann während 7 Tagen ab Sendedatum nachgehört werden.

Das für diesen Termin ursprünglich vorgesehene Kriminal-Hörspiel «Liebermans Gesetz» von Stuart Kaminsky wird zu einem späteren Zeitpunkt gesendet.

Redaktion: Reto Ott