«Operative Personenkontrolle 'Futurist'» von Valeri Scherstjanoi

Die «Operative Personenkontrolle» war eine Überwachungsmassnahme der Stasi, um den Wirkungskreis verdächtiger Personen einzuschränken. Doch was hat es zu bedeuten, wenn der Verdächtige unverständliche Lautgedichte rezitiert und seine Post nicht geknickt werden darf?

Ein Raum mit Stuhl, Lampe und einem Snooping-Gerät.
Bildlegende: Spionageausstattung: Das Ministerium für Staatssicherheit überwacht seine Bürger. Flickr/Ptwo

Der russische Dichter Valeri Scherstjanoi sitzt einsam in seiner kalten Ostberliner Mietwohnung. Er beschäftigt sich mit so ausgefallenen Themen wie dem russischen Futurismus und so brotlosen Künsten wie der Lautpoesie und der Mundgymnastik. Aber er ist nicht allein. Um ihn herum wuseln gleich mehrere Spitzel des Ministeriums für Staatssicherheit, die herauszufinden versuchen, warum der Dichter einen so regen Briefwechsel mit dem nicht-sozialistischen Ausland pflegt. Sind seine merkwürdigen Lautgedichte vielleicht verschlüsselte Botschaften zum Schaden der DDR?

Mit: Valeri Scherstjanoi, Hüseyin Cirpici, Irene Marhold, Ehlert Bode und Joachim Jung

Regie: Eberhard Klasse - Produktion: SDR 1996 - Dauer: 24'

Valeri Scherstjanoi, geboren 1950 in Sagis (Kasachstan), wuchs in der russischen Föderation auf und lebt seit 1979 als freier Autor und bildender Künstler in Berlin. Für seine Lautgedichte hat er eigene Zeichensysteme (Scribentismen) entwickelt. 2010 wurde er mit dem Alice Salomon Poetik Preis ausgezeichnet.

Redaktion: Johannes Mayr