«Orbis Auditus – Das Lautlexikon» von Andreas Ammer und Carl-Ludwig Reichert

«Der Mund ist die Wunde des Alphabets, das Alphabet ist das Gerippe des Lauts», erfahren wir im Hörspiel in der Tradition von sprachspielerischer Literatur und Performance, die die Dadaisten 1916 im Zürcher Cabaret Voltaire nach früheren Ansätzen recht eigentlich in Gang gesetzt haben.

Ein kleiner grüner Frosch auf einer Hand.
Bildlegende: «Koax» macht der Frosch. Aber nur bei Aristophanes. Keystone

Früher wurde den Schulkindern das «A» und das «We(h)» eingetrichtert und eingeprügelt. Mit spielerischen Methoden hingegen wird in Ammers akustischer Enzyklopädie das Erlernen des «Lautlexikons» ans Herz gelegt. Informatives aus Geschichte und Vorgeschichte der Lautdichtung, cabaretartige Einlagen und Kurioses sorgen für Überraschungen: Wem ist schon bekannt, dass Goethe auch mit Lauten spielte («pirli, pirli, parli»), oder dass sich der erste gedichtete Beat, nämlich ein dreifaches «koax», bei Aristophanes (in dessen Komödie «Die Frösche») finden lässt. Gerade auch die heiter unterhaltsame Präsentation wusste die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste zu würdigen, als sie «Orbis Auditus» zum Hörspiel des Jahres 1990 kürte.

Mit: Sabine Trooger, Eberhard Adamzig, Detlef Kügow, Felix von Manteuffel, Arnulf Appel, Peter Fricke

Regie: Andreas Ammer, Carl-Ludwig Reichert - Produktion: BR 1990 - Dauer: 54'

Andreas Ammer, 1960 in München geboren, lebt als freier Medienautor nahe München. Als bisher einziger Autor erhielt er zweimal den Hörspielpreis der Kriegsblinden («Apocalypse Live» 1995, «Crashing Aeroplanes» 2001). 2015 fand seine Produktion «The King is Gone» an den ARD-Hörspieltagen in Karlsruhe lobende Erwähnung.

Carl-Ludwig Reichert, 1946 in Ingolstadt geboren, ist Schriftsteller, Musiker, Privatgelehrter. 1976 war er Mitbegründer, Texter und Gitarrist der bayerischen Rockband «Sparifankal». Publikationen zur Jugend- und Popkultur, zahlreiche Rundfunksendungen, Bücher, Schallplatten.

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Redaktion: Claude Pierre Salmony