DADA und andere Fieberträume

Jolifanto bambla ô falli bambla grossiga m'pfa habla horem: Richtig, wenn Sie da nur Bahnhof verstehen. Denn genau das wollte der Dadaist Hugo Ball.

Mann im Pappkarton sitzt am Tisch, Kopf auf dem Tisch.
Bildlegende: Dada und andere Fieberträume SRF

Das Lautgedicht von Ball ist eines der Gedichte, die vor 100 Jahren im Zürcher Cabaret Voltaire vorgetragen wurden in der Zeit, als mit dem ersten Weltkrieg so ziemlich alles in Schutt und Asche lag, was Halt (und also Sinn) geben konnte. Zeit für Dada! Dass Hugo Balls Sprach-Gedicht «Karawane» höchst musikalisch ist, hat auch der Komponist Esa-Pekka Salonen bemerkt und es für Chor und Orchester vertont. Das Stück eröffnete im September 2014 die Saison der Zürcher Tonhalle, zusammen mit zwei weiteren Werken, die beim Publikum ihrer Zeit ebenfalls Kopfschütteln hervorriefen: Prokofievs «wildes» 2. Klavierkonzert und die «Drogen-Fantasie» von Hector Berlioz, heute ein Klassiker der französischen Romantik.

Esa-Pekka Salonen: Karawane für Chor und Orchester
Sergej Prokofjew: Klavierkonzert Nr. 2 g-Moll op. 16
Hector Berlioz: Symphonie fantastique op. 14

Tonhalle-Orchester Zürich
Lionel Bringuier, Leitung
Yuja Wang, Klavier
Zürcher Sing-Akademie (Einstudierung: Tim Brown)

Konzert vom 10./11. September 2014, Tonhalle Zürich

Erstausstrahlung: 09.10.14

Redaktion: Norbert Graf