Stabat Mater! Grosser Schmerz, eindrückliche Musik

Pavillon Suisse: Gemeinsamer Konzertabend mit SRF 2 Kultur, Espace 2 und Rete Due.

Stabat Mater dolorosa, iuxta crucem lacrimosa: Die Verse beschreiben die Muttergottes Maria, wie sie vom Schmerz überwältigt wird beim Anblick ihres gekreuzigten Sohnes. Viele Komponisten haben diese Worte vertont, einige der eindrucksvollsten Werke sind in diesem Konzert zu hören.

Es ist geistliche Poesie aus dem 13. Jahrhundert, die die Zeiten überdauert hat. Die Verse sind Anlass zu Kontemplation, aber auch zu grossem Gefühlsausdruck. Je nach Zeit und ästhetischer Voraussetzung der Komponisten.

Giovanni Pierluigi da Palestrina schuf im 16. Jahrhundert eine Fassung, die musikalisch ebenmässig ausgeglichen ist, fast so, als dürfe das Schmerzensbild nicht zu stark geraten. Voll fast schon theatralischem Ausdruck und Sensibilität hingegen ist die Vertonung von Pergolesi, die der früh verstorbene Italiener kurz vor seinem Tod schuf und die aus gutem Grund die wohl bekannteste Stabat Mater-Vertonung überhaupt ist.

Und fast wie eine musikalische Kathedrale mit klarem Aufbau und klarer Struktur wirkt die Fassung von Arvo Pärt, 1985 geschrieben, während diejenige von Alessandro Scarlatti wiederum schlichter, aber deshalb nicht weniger eindrucksvoll wirkt.

Alessandro Scarlatti: Stabat Mater
Arvo Pärt: Stabat Mater
Giovanni Pierluigi da Palestrina: Stabat Mater
Giovanni Battista Pergolesi: Stabat Mater

Gli Angeli Genève
Quatuor Sine Nomine
Stephan MacLeod, Leitung
Ana Quintans, Sopran
Aleksandra Lewandowska, Sopran
Carlos Mena, Altus
Valerio Contaldo, Tenor

Konzert vom 24. Januar 2016, Victoria Hall, Genf

Redaktion: Eva Oertle