Trauer und Jubel

«Lobgesang» nannte Felix Mendelssohn seine 2. Sinfonie, eine Sinfonie im ersten Satz, eine Kantate für Soli, Chor und Orchester in den weiteren drei Sätzen. Nur wer oder was wird hier mit Texten aus der Bibel gelobt?

Auf den ersten Blick anscheinend Gott, auf den zweiten ist es etwas komplizierter. Mendelssohn schrieb das Werk nämlich 1840 zur 400-Jahr-Feier der Buchdruckerkunst. Ihr und ihrem aufklärerischen Einfluss gilt das Lob der Sinfonie, formuliert mit Worten der Bibel. Während sich Mendelssohn in diesem Werk rückblickend an Beethovens Neunter orientiert, schaut Johannes Brahms in seinem konzisen «Begräbnisgesang» op. 13 sozusagen voraus auf das expansive Deutsche Requiem, das er später schreiben wird. Den «Begräbnisgesang» vertont er für Chor und (nur) Blasinstrumente, so dass er tatsächlich bei Begräbnissen im Freien gespielt werden konnte. 

Musikkollegium Winterthur
Lisa Larsson, Sopran
Malin Hartelius, Mezzosopran
Jürg Dürmüller, Tenor

Ensemble Corund
Ltg. Douglas Boyd

Johannes Brahms: Begräbnisgesang op. 13
Felix Mendelssohn: Sinfonie B-Dur op. 52, «Lobgesang»  

Konzert  vom 4. Sept. 2013, Stadtkirche Winterthur

Redaktion: Roland Wächter