Marcus Miller «Afrodeezia» am 30.10.15 in Lausanne

Mit seinem Afrodeezia-Projekt hat Marcus Miller die Reihe Fun-Alben hinter sich gelassen - Alben, wo er zwar immer eindrücklich gespielt, aber eben auch allzu oft in Elektrobass-Kunststücken sich verirrt hat.

Afrodeezia, sein Debut für Blue Note, ist dagegen eine Auseinandersetzung mit der Afro-Amerikanischen Geschichte, von den finsteren Zeiten der Sklaverei bis zur aktuellen Diskussion um Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA. Wie ernst es ihm ist mit seiner Botschaft, hat man am Konzert in Lausanne erfahren können: Dort hat der Amerikaner Miller das ganze Konzert in beachtlichem Französisch kommentiert und begleitet. Zusammen mit der hochkarätigen Band und immer noch genug Auslauf für alle Solisten war das eine runde Sache.

Redaktion: Jodok Hess