Ausgestellt oder integriert? Musikprojekte mit Flüchtlingen

  • Montag, 17. Juli 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 17. Juli 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 17. Juli 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die hohe Zahl der Flüchtlinge in Europa spiegelt sich auch im Kulturleben wieder: Auf den Spielplänen finden sich immer mehr Musik- und Theaterprojekte über, mit und von Flüchtlingen. Wie wird in solchen Projekten gearbeitet, und was bringen sie den Beteiligten?

Wie funktioniert Theater, wenn die Beteiligten nicht die gleiche Sprache sprechen? Welche inhaltlichen Themen erarbeiten die Kulturschaffenden mit den teilweise traumatisierten Flüchtlingen? Welche politischen Rahmenbedingungen fördern oder behindern solche Projekte? Was passiert mit der Gruppe und dem Inszenierungskonzept, wenn Flüchtlinge während des Probenprozesses ausgewiesen werden? Und: Wie ist die künstlerische Qualität solcher Projekte?

Das diskutiert Monika Schärer mit der Sängerin Cornelia Lanz, Gründungsmitglied von Kultur Zuflucht E.V. und Produktionsleiterin des Musiktheaterprojekts «Idomeneo», bei dem Flüchtlinge und Profi-Musiker Mozarts Oper «Idomeneo» auf die Bühne bringen – zum Beispiel auch beim Lucerne Festival in diesem Sommer –, und mit der Regisseurin Ute Sengebusch, die mit Flüchtlingen und Sans-Papiers gearbeitet hat und die in ihrem jüngsten Theaterstück «Meine Heidi, deine Heidi» fragt, wie heute Heimat erzählt werden kann.

Beiträge

  • Arthur Honeggers «La Danse des Morts» wird vom Kammerorchester Basel gemeinsam mit jugendlichen Flüchtlingen und Gymnasiastinnen neuinterpretiert.

    Musiktheater als Begegnungsort

    Dass Musikerinnen und Musiker in die Schulen gehen und dort ihre Arbeit mit Musik vorstellen - das gehört für Schweizer Orchester und Ensembles mittlerweile zum guten Ton.

    Das Kammerorchester Basel ist nun einen Schritt weitergegangen und hat in einem education-Projekt Gymnasiastinnen und jugendliche Flüchtlinge zusammengebracht. Gemeinsam haben sie ein Musiktheater zu Arthur Honeggers Oratorium «La Danse des Morts» erarbeitet.

    Jenny Berg hat sich die Proben angesehen und mit den Schülerinnen und mit den jugendlichen Flüchtlingen über das Projekt gesprochen.

    Jenny Berg

  • Unter dem Dirigent Jordi Savall proben Musikerinnen  und Musiker aus Syrien, Bangladesh, Weissrussland und weiteren Ländern für gemeinsame Konzerte

    Musik ist wie Medizin

    Unter der künstlerischen Leitung des Dirigenten Jordi Savall proben vertriebene Musikerinnen und Musiker aus Syrien, Bangladesh, Weissrussland und weiteren Ländern für gemeinsame Konzerte.

    Das Projekt «Orpheus XXI», es wird unter anderem von der Europäischen Union finanziert, geht aber noch weiter.

    Den Musikerinnen und Musikern sollen Arbeitsstellen gesucht werden, die sie finanziell unabhängig machen können. Ein Kulturtransfer und ein Integrationsprojekt mit Hand und Fuss.

    Benjamin Herzog

Autor/in: Jenny Berg, Benjamin Herzog, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Cornelia Kazis