Fluchtpunkt Fremdenlegion – Söldner in fremden Diensten

  • Montag, 12. Juni 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 12. Juni 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 12. Juni 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

In der Schweiz waren sie Opfer wirtschaftlicher und sozialer Not, in Nordafrika und Indochina wurden sie zu Tätern: Schweizer Legionäre in fremder Mission. Heute ziehen kaum mehr Schweizer in die französischen Fremdenlegion, dafür Söldner aus aller Welt.

In der französischen Fremdenlegion spielten helvetische Söldner noch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine wichtige Rolle, obwohl die Schweiz ihren Bürgern den Dienst in fremden Armeen 1928 verboten hatte.

Der Historiker Peter Huber rollt in einem Buch nun erstmals die Geschichte der rund 2000 Schweizer auf, die als Freiwillige im Indochina- und Algerienkrieg für Frankreich kämpften.

Wer heute Frankreichs Söldner sind, beleuchtet «Kontext» mit einer Reportage aus der Legionärs-Kaserne bei Paris, wo die angehenden Kämpfer ausgebildet werden.

Buchhinweis:
Peter Huber: Fluchtpunkt Fremdenlegion
Schweizer im Indochina- und im Algerienkrieg, 1945–1962
Chronos Verlag 2016

Beiträge

  • Was waren es für Männer, die sich für die Fremdenlegion entschieden haben? (1910)

    Ausweg Fremdenlegion

    Der Historiker Peter Huber gibt in seinem Buch «Fluchtpunkt Fremdenlegion» Einblick in die Lebensgeschichten von Schweizern, die freiwillig in die französischen Kolonialkriege in Indochina und Algerien zogen.

    Er hat dafür Prozessakten ausgewertet von Söldnern, die sich vor der Militärjustiz verantworten mussten. Daraus geht hervor, dass vor allem junge Männer in die Legion aufbrachen, die beruflich nicht vorankamen und in ihrer Jugend gesellschaftlich ausgegrenzt worden waren und in einer Erziehungsanstalt gesessen haben.

    Sabine Bitter

  • Die Fremdenlegionäre mussten einiges aushalten. (1920)

    «Une fois légionnaire, toujours légionnaire»

    Nur wenige Schweizer Söldner, die sich als Freiwillige an Frankreichs Kolonialkriegen beteiligten, haben sich nach ihrer Rückkehr aus Indochina und Algerien in der Öffentlichkeit zu Wort gemeldet, und oft taten sie es erst im hohen Alter.

    Eine Reihe von Zeitzeugen-Berichten in Ton und Bild finden sich im SRF-Archiv. Sie zeigen, dass der brutale Einsatz in einem fremden Krieg bei manchem Schweizer Legionär bis heute nachhallt.

    Sabine Bitter

  • Was bewegt junge Männer heute, in die Fremdenlegion zu gehen?

    Brahima hofft, neue Freunde zu finden

    Jeden Tag und rund um die Uhr rekrutiert die französische Fremdenlegion ihren Nachwuchs. Es fehlt nicht an Bewerbern aus der ganzen Welt.

    Brahima reist illegal nach Frankreich, um einen Schulabschluss zu machen. Weil das unmöglich ist, entscheidet er sich für einen Neuanfang als Legionär. Wenn er alle Tests besteht, wird er unter Vertrag genommen. Die Lust auf Abenteuer, die harte Ausbildung, das will er in der Legion finden – und vor allem viele, echte Kameraden.

    Charles Liebherr

Autor/in: Sabine Bitter, Charles Liebherr, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Sabine Bitter und Noëmi Gradwohl