Künste im Gespräch: An den Rand gedrängt

  • Donnerstag, 7. Juli 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 7. Juli 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 7. Juli 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Warum die Orgel als Königin der Instrumente abgedankt hat, wie in einem Film eine französische Kleinstadt Andersartige ausgrenzt, auf welche Art der Dada-Erfinder aus der Zürcher Halbwelt einen Roman macht.

Die Orgel hat in leeren Kirchen ausgedient – auch in der Schweiz. Dabei hätten wir hierzulande herausragende Orgeln und Orgelbauer. Tobias Willi, Professor für künstlerisches Orgelspiel, erklärt, warum die Orgel als Königin der Instrumente ausgedient hat.

Der französische Regisseur Raphael Jacoulot zeigt im Film «Coup de Chaud» wie bisher tolerierte Andersartige von einer Stadt ausgegrenzt werden.

Hugo Ball hat einen einzigen Roman geschrieben, der jetzt neu verlegt wird. In«Flametti oder Vom Dandysmus der Armen», beleuchtet er illustre Figuren des Zürcher Rotlicht- und Varieté-Milieus.




Beiträge

  • Die Schweiz verfügt über eine hohe Dichte an herausragenden Orgeln und Orgelbauern.

    Die Orgel, abgesetzte Königin der Instrumente

    Die Kirchen leeren sich, «es orgelt» für immer weniger Menschen – gleichzeitig verfügt die Schweiz über eine hohe Dichte an herausragenden Orgeln und Orgelbauern.

    Das Image von Organisten und Organistinnen leidet, obwohl sie als Kulturträger von 700 Jahren Orgelmusik und Improvisation sowie als Vermittler zwischen Liturgie und Kunst agieren. Tobias Willi, Professor an der Zürcher Hochschule der Künste und Organist an der Johanneskirche Zürich, beleuchtet die Hintergründe der Absetzung der Königin der Instrumente.

    Corinne Holtz

  • «Coup de Chaud», ein subtiler Gemeinde-Thriller aus Frankreich.

    Kinofilm «Coup de Chaud» - Sommer der Ausgrenzung

    Auf den ersten Blick ist es ein erweitertes «huit clos», welches Regisseur Raphael Jacoulot inszeniert. In der Hitze des Sommers beginnt eine Kleinstadt, die bisher tolerierten Andersartigen auszugrenzen. Aber bald offenbaren sich Abstufungen und Untergruppen der sozialen Integration.

    Ein subtiler, fast dokumentarisch wirkender Gemeinde-Thriller aus Frankreich – mit einem europäischen Thema. Michael Sennhauser hat den Regisseur getroffen.

    Michael Sennhauser

  • «Flametti oder Vom Dandysmus der Armen» ist Hugo Balls einziger Roman

    Wenn aus Dada und Varieté ein Roman wird: Hugo Balls «Flametti»

    Am 5. Februar 1916 hoben Hugo Ball und seine Lebensgefährtin Emmy Hennings zusammen mit Mitstreitern Dada aus der Taufe. In der Schweiz wimmelte es damals von Emigranten und Kriegsflüchtlingen. Zu ihnen gehörten auch Ball und Hennings.

    Die beiden liessen Dada schon bald hinter sich und setzen sich ins Tessin ab. Dort schrieb Hugo Ball 1918 seinen einzigen Roman: «Flametti oder Vom Dandysmus der Armen», ein Buch, das sich von Dada verabschiedet, indem es auf die Zeit vor Dada zurückblickt.

    Hugo Ball: «Flametti oder Vom Dandysmus der Armen». Roman. Nimbus Verlag

    Franziska Hirsbrunner

Autor/in: Corinne Holtz, Michael Sennhauser, Franziska Hirsbrunner, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Noëmi Gradwohl