Wie unabhängig ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Europa?

  • Mittwoch, 6. Juli 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 6. Juli 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 6. Juli 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die grosse BBC ist vom Spardruck gebeutelt, der polnische Rundfunk wird auf Staatsnähe getrimmt, Italiens Fernsehen wurde 20 Jahre lang «berlusconisiert» und in der Schweiz ist die SRG unter Druck von rechts. Ist das öffentlich-rechtliche System in Gefahr?

Sylvio Berlusconi war der Grösste: Er dominierte das staatliche Radio und Fernsehen und ihm gehören die grössten privaten Sendeanstalten.
In Polen geht's «nur» um die öffentlich-rechtlichen Medien: Die rechtsnationale Regierung hat den Fernsehsender TVP durch ein neues Mediengesetz direkt dem «Minister für das Staatsvermögen» unterstellt, also quasi verstaatlicht.

Zwei extreme Fälle, doch auch in anderen europäischen Staaten steigt der Druck auf den Service Public. In Kontext hören Sie Reportagen aus England, Polen und Italien und ein Gespräch mit der Präsidentin der European Broadcasting Union (EBU) in Genf, Ingrid Deltenre.



Beiträge

  • Den Tories ein Dorn im Auge: Die BBC Studios in London.

    Unsichere Zukunft der grossen BBC

    Nichts scheint sicher zu sein im derzeitigen Grossbritannien. Auch das internationale Vorbild für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht, die BBC, die im Jahre 2022 100 Jahre alt wird. Sie steht politisch gewaltig unter Druck, Ende dieses Jahres läuft ihre Lizenz aus.

    Vor allem die konservativen Tories rütteln an den Festen dieser eindrucksvollen Institution.

    Martin Alioth

  • Auch häufig in den Medien präsent: Silvio Berlusconi.

    Mediale Nachwehen der Ära Berlusconi

    Beim Thema öffentlich-rechtliche Medien in Italien denkt man zuerst an Silvio Berlusconi. Als Regierungschef dominierte er das staatliche Radio und Fernsehen und als Unternehmer auch die grössten privaten Sender. Die Folgen sind bis heute zu spüren.

    Franco Battel

  • In Warschau produziert des polnischen Radio und Fernsehens (TVP) sein Programm.

    Polens Rundfunk: öffentlich, rechtlich, umstritten

    Immer schon versuchten polnische Politiker das öffentliche Radio und Fernsehen auf ihre Seite zu ziehen. Doch niemand ging dabei so dreist vor wie die seit letztem Herbst amtierende Regierung der Partei «Recht und Gerechtigkeit». Eine Notwendigkeit, sagen ihre Anhänger.

    Ein Coup, sagen ihre Kritiker. Zu Wort kommen Journalisten, Gefeuerte und neu Eingestellte im öffentlich-rechtlichen Betrieb.

    Urs Bruderer

  • Laut Otfried Jarren muss öffentliches Radio und Fernsehenvielfältig sein.

    Staatlich gefördert und doch politisch unabhängig

    Auch in der Schweiz ist der Service public kräftig unter Beschuss. Man möchte ihn auf bestimmte Inhalte reduzieren und vor allem den ganzen Unterhaltungsbereich den Privaten überlassen.

    Der Präsident der Eidgenössischen Medienkommission, Otfried Jarren, hält dagegen: Öffentlich-rechtliches Radio und Fernsehen muss seine Vielfalt und damit seine integrative Rolle in der Schweiz erhalten.

    Hansjörg Schultz

Autor/in: Martin Alioth, Franco Battel, Urs Bruderer, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Sabine Bitter und Hansjörg Schultz