«Der verhinderte Schauspieler» von Arnold Kübler 7/8

Drahtzauns Rückkehr ins Land der Dichter fällt anders aus, als er sich's erhoffte. Die Welt will einfach nicht, wie er will. Die letzten Franken, die er noch besitzt, sind längst nicht mehr so hart, wie sie's mal waren im Deutschen Reich. Die Welt will Geld, das er bald nicht mehr haben wird.

Der Bahnhof Zoologischer Garten in Berlin 1925
Bildlegende: Der Bahnhof Zoologischer Garten in Berlin 1925 Landesarchiv Berlin

Vor der Liebe musste Drahtzaun fliehen. Zu konfus war es mit Kathrin in Paris. Überhaupt: Der Umgang mit Menschen bringt doch nur Wunden. Die Dichterworte rufen den verhinderten Schauspieler heim ins Reich der deutschen Sprache zurück nach Berlin. Dort war er immer gern gesehen mit seinen Franken zur Zeit des grossen Bankrotts. Doch jetzt ist es anders, sein Schweizer Geld der deutschen Mark nicht mehr überlegen. Die Theaterkollegen von früher sind gut eingerichtet in der neuen Ordnung, Drahtzauns alter Freund Lukar obenauf. Er selbst kommt mit dem Lauf der Welt kaum noch zurecht. Einen Intriganten soll er spielen, aber nicht auf der Bühne, sondern vor Gericht, in einem Scheidungskrieg, der zur Schmierenkomödie wird.

Sprecher: Ueli Jäggi - Lesefassung und Regie: Mark Ginzler - Produktion: SRF 2013 - Dauer: 34'

Redaktion: Mark Ginzler