Wolfgang Amadeus Mozart: La Clemenza di Tito, KV 621

Dirigieren ist für ihn, wie wenn er ein Stück nachkomponieren würde, sagt Jérémie Rhorer. Der französische Dirigent ist auch gelernter Komponist, und vielleicht ist das ja der Grund, wieso er einen so lebendigen Mozart auf die Bühne zaubern kann.

Bühnenbild einer Oper mit einem Wachturm in der Mitte. Am Boden sind mehrere Schauspieler in dunkler Abendgarderobe und uniformierte Männer im Bühnenraum verteilt.
Bildlegende: «La Clemenza di Tito» hier inszeniert am Opernhaus Zürich, 2005. Keystone

Im Pariser Théâtre des Champs-Elysées war es im Dezember «La clemenza di Tito». Mozarts späte Oper dreht sich um gewichtige Themen, um Vergebung und Grossmut. Auf Kaiser Titus ist ein Anschlag verübt worden, doch statt sich simpel an seinen Feinden zu rächen, findet Titus eine andere Lösung.

Eine sehr humanistische Oper hat Mozart hier komponiert. Und wenn Jérémie Rhorer Mozart heute eine Frage stellen könnte, dann wäre es die: Wie er es geschafft hat, in seiner kurzen Lebenszeit so viel über die menschliche Seele zu erfahren?

Opera seria in 2 Akten (Libretto: Caterino Mazzolà)

Le Cercle de l'Harmonie
Ensemble vocal Aedes
Jérémie Rhorer, Leitung
Kurt Streit, Tenor (Tito)
Karina Gauvin, Sopran (Vitellia)
Kate Lindsey, Sopran (Sesto)
Julie Boulianne, Sopran (Annio)
Julie Fuchs, Sopran (Servilia)
Robert Gleadow, Bass (Publio)

Aufführung vom 27. Dezember 2014, Théâtre des Champs-Elysées, Paris

Redaktion: Gabriela Kaegi