Beliebte Schlafmittel können süchtig machen

Gesundheit

Benzodiazepine sind Schlaf- und Beruhigungsmittel, welche relativ schnell abhängig machen. Dazu kommt, dass sie die Trittsicherheit bei Senioren verschlechtern können. Und trotzdem sind es die am meisten verschriebenen Psychopharmaka.

Frau (unscharf) liest im Bett, mitten in der Nacht.
Bildlegende: Können Sie nicht schlafen? Nehmen Sie lieber keine Tabletten. colourbox.com

Angstzustände? Depressionen? Schlafprobleme? Hier werden häufig Benzodiazepine verschrieben. Gemäss neusten Zahlen nehmen von den über 75-Jährigen über 20 Prozent regelmässig Schlaf- und Beruhigungsmittel. Damit nehmen diese Patienten nicht nur eine Abhängigkeit in Kauf, sondern auch Trittunsicherheit, Konzentrationsschwächen oder eine emotionale Abschwächung.

Dass die Benzodiazepine trotzdem so häufig verschrieben werden, liegt daran, dass sie sehr gut und schnell wirken. Und daran, dass sie von den Patienten verlangt werden.

«Benzodiazepine sollte man nicht länger als 10 Tage am Stück nehmen. Allerhöchstens vier Wochen, jedoch nur in enger Begleitung eines Mediziners», sagt Marc Vogel, Suchtpsychiater an den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel.

«Schlafprobleme sollte man nicht primär mit Schlaftabletten bekämpfen. Liegt ein medizinisches Problem vor, wie Atemaussetzer, Herzprobleme oder eine Depression, ist dieses anzugehen. Sonst kann die sogenannte Schlafhygiene helfen: Verzicht auf Alkohol, kein Kaffee nach 16 Uhr, keine schweren Mahlzeiten spät abends oder ein aktives Tagesprogramm.»

Moderation: Joël Gilgen, Redaktion: Brigitte Wenger