Der Gast ist nicht immer König

Anspruchsvolle Restaurantgäste können das Servicepersonal manchmal zur Verzweiflung bringen. Kaum steht das Essen auf dem Tisch, rümpfen sie schon die Nase. Deshalb fragen wir: Was darf man sich als Gast eigentlich erlauben?

Ein Paar sitzt im Restaurant am Tisch und der Kellner serviert das Essen.
Bildlegende: Viele Gäste trauen sich nicht die Wahrheit zu sagen wenn das Essen nicht geschmeckt hat, sagt Gastronom Ernst Bachmann Colourbox

Das Steak ist nicht genügend durchgebraten, der Teller ist lauwarm oder die Sauce versalzen. Manche Restaurantbesucher sind wählerisch und stellen hohe Ansprüche. Schliesslich ist der Gast auch König.

Aber auch der Gast muss sich an gewisse Tischregeln halten, sagt Ernst Bachmann, Präsident von «Gastro Zürich». Schon seit mehr als fünfzig Jahren ist er Wirt und kennt die Gastroszene in- und auswendig. Es gebe immer wieder sehr anspruchsvolle Gäste, sagt er. Und fügt an: «Es gibt solche, die nicht ehrlich sind. Sie sagen, es sei nicht gut, dabei haben sie das Falsche bestellt.»

Tisch-Regeln für Gäste:

  • Teller zurückgeben, weil man das Falsche bestellt hat: Eigentlich geht das nicht. Der Gastgeber entscheidet nach eigenem Ermessen, ob er das Essen verrechnet oder nicht.
  • Wenn das Gericht nicht gut zubereitet ist, darf man es auf jeden Fall retournieren.
  • Wenn der Gast den Teller zur Hälfte leer gegessen hat und trotzdem reklamiert, wird er auf taube Ohren stossen.
  • Wenn mehrere Gäste den Hauptgang kriegen und nicht alle Teller warm bleiben, sollte man es dem Kellner melden. Ein guter Gastgeber wird sich mit einem feinen Dessert oder Gratiscafé erkenntlich zeigen.

Moderation: Michael Brunner, Redaktion: Pascale Folke