Die Hüfte lebt von der Bewegung

15 Prozent der über 40-Jährigen leiden unter Hüftschmerzen. In drei von vier Fällen macht jedoch nicht das Gelenk Probleme, sondern die Weichteile sind für die Schmerzen verantwortlich. Die Rheumaliga tourt dieser Tage durch die Schweiz und zeigt, wie man Hüftprobleme angehen kann.

Arzt behandelt die Hüfte einer jungen Frau.
Bildlegende: Bewegung ist die beste Medizin. colourbox.com

«Das Hüftgelenk ist nach dem Kniegelenk das zweitgrösste Gelenk des menschlichen Körpers», schreibt die Rheumaliga auf ihrer Internetseite. «Doch tief in der Leistengegend verborgen, wo wir es nicht ertasten können, ist es doch ein vergleichsweise unbekanntes Gelenk.»

So erstaunt es auch nicht, dass wir häufig von Hüftschmerzen reden, aber eigentlich die Sehnen, Schleimbeuteln, Muskeln oder Faszien um das Gelenk meinen.

Die Rheumaliga erklärt, dass die Bewegung die wichtigste Medizin für die Hüfte ist:

  • Sportliche Aktivitäten aufzugeben in der Meinung, die Schonung tue dem Gelenk gut, ist grundfalsch. Bewegungsmangel führt zu einem Manko an Gelenkschmiere. Ausserdem braucht die Hüfte die Kraft und die Bewegung.
  • Oberstes Ziel der angepassten Gymnastik ist es, die Hüfte zu kräftigen und ihre Leistungsfähigkeit und Beweglichkeit zu bewahren oder zu verbessern. Als Gegenstück zum Training der Hüfte empfehlen sich sanfte Methoden, die Hüfte zu entspannen.
  • Schmerzt die Hüftmuskulatur bereits, lohnt es sich, diese durch massieren oder dehnen zu lockern. Ganz einfach mit einem Tennisball in den Schmerz reindrücken. Das tut höllisch weh, nützt aber sofern es tatsächlich die Muskulatur ist, die verkrampft ist. Bei Dehnübungen muss man beachten, dass sowohl Gesäss-, Oberschenkel- und Rückenmuskulatur leicht gedehnt werden.
  • Ausserdem: Trinken Sie täglich zwei Liter Wasser. Der ganze Körper, aber speziell die Gelenke und die Gelenkknorpel, profitieren von einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr. Und vermeiden Sie es, lange Zeit in derselben Sitzhaltung oder Stehposition zu verharren. Wechseln Sie häufiger die Stellung und machen Sie zwischendurch eine Bewegungspause.
  • Achtung: Geht der Schmerz durch Bewegung und Massage nicht weg, wird er sogar stärker und schränkt den Alltag ein, sollte man einen Arzt oder einen Physiotherapeuten aufsuchen.

Redaktion: Brigitte Wenger