Filme mit Kindern sehen

Dieses Jahr feiert Bambi seinen 75. Geburtstag. Einer der berühmtesten Kinderfilme ist für manche Kinder aber nur schwer verdaulich, da der kleine Weisswedelhirsch früh seine Mutter verliert. Kein einfaches Thema. Kinderpsychologin Susanne Brunner gibt Ratschläge, wie man umgehen sollte.

Grosseltern mit Enkeln im Kino.
Bildlegende: Nicht nur lustige, harmlose Filme: Kinder dürfen auch Filme schauen, die Probleme ansprechen. Colourbox

Susanne Brunner, Psychologin am Marie Meierhofer Institut für das Kind, hält es für sinnvoll, mit Kindern auch Filme anzusehen, die schwierige Themen behandeln. Wichtig sei aber, mit dem Kind darüber zu reden, sollte es entsprechende Fragen stellen.

  • Wenn sich ein Kind nach «Bambi» beispielsweise konkret davor fürchtet, seine Mutter zu verlieren, sollte man dies unbedingt ansprechen. «Auch der Tod darf kein Tabu sein», so Brunner.
  • Allerdings ist es besser, das Thema weg von der eigenen Mutter, hin zur allgemeinen Thematik zu lenken. Hier kann der Film selber hilfreich sein. «Man kann zum Beispiel sagen, dass Tiere gefährlicher Leben als Menschen.»
  • Man kann mit dem Kind beispielsweise auch besprechen, was Bambi denn nun braucht, um wieder Glücklich zu sein. So erhält das traurige Thema einen positiven Ausgang.
  • Wichtig ist auch hier, wie in vielen Situationen, den Kindern gut zuzuhören. Wenn sie etwas beschäftigt, dann fragen sie nach, dann sollte man das Thema auch besprechen.

Von Altersfreigaben hält die Psychologin nicht viel. «Die sind eher sexuell orientiert.» Deshalb rät Susanne Brunner, bei Unsicherheit vorgängig kurz in den Film reinzusehen. Und: «Ein Happy End hilft Kindern immer.»

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Sandra Witmer