Laut und nervig: Wie die Psyche unser Lärmempfinden beeinflusst

Die Lärmbelastung ist nicht nur eine Frage der Dezibel. Eine grosse Rolle spielt auch die persönliche Einstellung gegenüber dem Lärm. An Lärm gewöhnen kann man sich auf mentaler und emotionaler Ebene. Und so gesundheitliche Schäden vermeiden.

Beispiel Grossraumbüro: Wann wird aus Umgebungsgeräuschen störender Lärm?
Bildlegende: Beispiel Grossraumbüro: Wann wird aus Umgebungsgeräuschen störender Lärm? keystone

Der eigene Hund macht keinen Lärm, er bellt nur. Das eigene Kind lärmt nicht, sondern ist nur lebhaft. Wir erleben die Lärmbelastung ganz individuell. Der eine liebt den unterschwelligen Geräuschpegel im Grossraumbüro, der andere fühlt sich permanent gestört und kann sich nicht konzentrieren.

Lärm bedeutet sehr oft Stress für den Organismus. Dieser führt zur Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol oder Adrenalin, die den Körper in Alarmbereitschaft versetzen. Es folgen Blutdruckanstieg, eine steigende Herz- und Atemfrequenz, vermehrte Muskelanspannung, Erhöhung des Blutzuckerspiegels und eine Beeinträchtigung des Immunsystems. In welchem Mass eine solche Stressreaktion im Körper bei Lärm stattfindet, hängt zu einem grossen Teil von individuellen körperlichen Voraussetzungen und der persönlichen Einstellung zur Lärmquelle ab. Gesundheitliche Schäden wie Bluthochdruck, Schlafstörungen oder Depressionen können die Folgen sein.

Wie kann man sich auf gesunde Art an Lärm «gewöhnen»? Wie kann man sich positiv auf unvermeidbaren Lärm einstellen? Was tun, wenn die ersten körperlichen Stresssymptome, verursacht durch Lärm, auftreten?

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Christine Schulthess