Tipps zum richtigen Fasten

Mit Aschermittwoch beginnt für Katholiken die 40-tägige Fastenzeit. Körper und Geist sollen gereinigt werden. Auch Nicht-Katholiken, die ihren Körper entgiften oder abnehmen wollen, fasten. Ernährungsberaterin Helena Kistler sagt, wie man richtig fastet.

Tasse Tee mit Zitronenscheibe.
Bildlegende: Wer fastet, sollte genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. colourbox

Fasten ist heute gross in Mode. Jeden Frühling fasten in der Schweiz Zehntausende, darunter nicht nur Katholiken. Die Bikini-Figur ist heute wohl die häufigste Motivation für eine Fastenkur. Man verspricht sich damit den schnellen Verlust von Pfunden. Aber ist man damit erfolgreich?

Die Meinungen darüber, wie gesund fasten ist, gehen stark auseinander. Insbesondere der Wunsch, beim Fasten «Schlackenstoffe» loszuwerden, stösst bei vielen Schulmedizinern auf Unverständnis.

Achtung Jojo-Effekt!

Eine Fastenkur eignet sich nicht, um langfristig Gewicht zu verlieren. Im Gegenteil: In einer Hungerperiode zehrt der Körper zwar von den Reserven. Kommt dann aber wieder Nahrung, legt sich der Körper so schnell wie möglich zusätzliche Depots an.

Oft sind die neu angelegten Reserven noch grösser als die zuvor. Schliesslich könnte bald die nächste Hungerperiode anstehen, und darauf will der Körper gut vorbereitet sein. Deshalb ist der Jojo-Effekt im Fasten fest mit eingebaut.

Das geschieht beim Fasten

Zu Beginn des Fastens protestiert der Körper mit verstärkten Magenbewegungen und Unwohlsein. Schon nach ein bis zwei Tagen aber stellt er sich darauf ein, dass die Nahrung ausbleibt. Er beginnt, sich von seinen Reserven zu ernähren.

Der Körper stellt auf den Hunger-Stoffwechsel um: Alarmhormone lösen ein Energiesparprogramm aus. Magen und Darm werden stillgelegt und das Hungergefühl verschwindet weitgehend. Herz und Kreislauf pulsieren ruhiger.

Richtig fasten

Einmal im Jahr sieben Tage lang auf das Essen zu verzichten, ist in den meisten Fällen ein gutes Mass. Das gilt vor allem für Fasten-Anfänger. Wer mehr als einmal jährlich oder länger als zwei Wochen fasten möchte, sollte das nicht ohne ärztliche Beratung und Begleitung tun.

Tipps:

  • Eine gute Gesundheit ist Grundvoraussetzung für das Fasten.
  • Achten Sie während der gesamten Fastenzeit darauf, dass Sie genügend Flüssigkeit und Mineralstoffe zu sich nehmen. Trinken hilft gegen das Hungergefühl und unterstützt die Darmfunktion beziehungsweise die Reinigung des Körpers.
  • Steigern Sie nach der Fastenzeit die Nahrungsmenge langsam und beginnen Sie mit leicht verdaulichen Nahrungsmitteln.

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Christine Schulthess