Wechseljahre: Linderung dank Hormonen?

Schweissausbrüche, Stimmungsschwankungen, Verlust der Libido, Depressionen: Frauen in den Wechseljahren leiden oft an heftigen Beschwerden. Eine Hormonersatztherapie könnte Abhilfe schaffen. Viele Frauen verzichten aber darauf aus Angst vor gesundheitlichen Folgen. Ist diese Angst berechtigt?

Ältere Frau mit Hitzewallungen.
Bildlegende: Ein Drittel aller Frauen haben starke Wechseljahrbeschwerden. Dazu gehören Hitzewallungen, Verlust der Libido, Depressionen oder Stimmungsschwankungen. colourbox.com

Die Wechseljahre dauern meistens mehrere Jahre. In dieser Zeit nimmt die Gestagen- und Östrogenproduktion der Eierstöcke ab und die Fortpflanzungsfähigkeit erlischt. Die Wechseljahre können mit Ende 30 bereits beginnen oder erst mit 50. Die letzte Regelblutung beendet die Wechseljahre.

Ein Drittel aller Frauen haben in den Wechseljahren keine Beschwerden, ein Drittel leichte bis mittlere, und ein Drittel leidet unter ganz starken Beschwerden. Vor allem im letzteren Fall kommen Hormonprodukte zur Diskussion.

Doch sie sind umstritten: Immer wieder ist auch die Rede von einem erhöhten Krebs-, Schlaganfall-, Herzinfarkt- oder Thrombose-Risiko.

Petra Stute, Gynäkologin und leitende Ärztin an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde Bern, erklärt im «Ratgeber», für wen sich eine solche Hormonersatztherapie eignet, und für wen weniger.

  • Keine Hormone sollten Frauen nehmen, die gerade wegen Brustkrebs behandelt wurden, kürzlich einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten oder ein erhöhtes Risiko dafür haben.
  • Frühere Präparate der klassischen Hormonersatztherapie in Tablettenform erhöhten häufig die Hormonspiegel zu stark, was zu Leberschäden und Nebenwirkungen führen kann. Aber: Mit der Therapie sollten nur jene Hormone ersetzt werden, welche durch den Ausfall der Eierstockfunktion fehlen und keinesfalls mehr. Die richtige Dosis ist entscheidend.
  • Die Aufnahme der Östrogene durch die Haut (Gels, Pflaster) und die Kombination mit körperidentischem Progesteron sollen dafür sorgen, dass Nebenwirkungen und Risiken minimiert werden.

Redaktion: Christine Schulthess