«Ahoi» mit der Harmonie Wollishofen-Zürich

Als musikalischer Leiter hat Johann Heinrich Müller vor rund hundert Jahren am südlichen Zürichseeufer seine Spuren hinterlassen. «Er war ein strenger Lehrmeister, doch seine Führung führte zum Erfolg», so Volksmusikredaktor Dani Häusler.

Grossaufnahme eines Blechblasinstruments.
Bildlegende: Euphonium. colourbox

Bei seiner Recherche über Dirigent J. H. Müller ist Dani Häusler auf ein paar spannende Fakten gestossen. Legendär ist seine erste Probe in Pfäffikon im Jahr 1903. Schon nach wenigen Minuten beförderte er Fehler ans Tageslicht, die vor ihm noch keiner angesprochen hatte. Als seine erste Amtshandlung verschob er das bereits angekündigte Konzert kurzerhand um sechs Wochen.

Ein «scharfer Hund» sei er gewesen, ein richtiger Drillmeister, der weniger robuste Mitglieder mit seinem Temperament erschreckte. Vor allem die jungen Musikanten wurden gedrillt. Anderhalbstündige Spezialproben vor der eigentlichen Probe waren keine Seltenheit. Doch dieser engagierte Einsatz von J. H. Müller hat sich offenbar ausbezahlt. Unter seiner Leitung wurden verschiedene Musikvereine mit Kränzen ausgezeichnet.

1956 war das letzte Jahr von J. H. Müller als aktiver Dirigent. Aus dieser Zeit stammt die Aufnahme «Ahoi» mit dem Musikverein Harmonie Wollishofen-Zürich. Sie bildet sozusagen den Abschluss einer über 50-jährigen Dirigenten-Laufbahn.

«Dass wir heute einem Dirigenten mit Jahrgang 1897 zuhören können, finde ich absolut faszinierend», meint Dani Häusler.

Moderation: Leonard, Redaktion: Dani Häusler