«Zürcher Sechseläuten-Marsch»

Das Zürcher Sechseläuten findet heuer am 24. April statt. Eng damit verknüpft ist nicht nur der Bögg, sondern auch der «Zürcher Sechseläutenmarsch». Wer ihn komponiert hat, ist nicht wirklich klar. Unser Musikredaktor Dani Häusler denkt dabei sogar an russische Einflüsse.

farbig angezogenen Menschen gehen durch die Zürcher Altstadt
Bildlegende: Auch bei nassem und kaltem Wetter stehen die Zürcherinnen und Zürcher den Zünften Spalier. SRF

Eine Theorie besagt nämlich, der Ursprung der beliebten Melodie liege im russischen Zarenreich. Dort sei er als «Gschwinndmarsch» der Fusstruppen zur Zeit von General Suworow gespielt worden. Später wurde er von den Preussen übernommen und mit «Marsch der freiwilligen Jäger aus den Befreiungskriegen 1813-1815» betitelt.

Als dann 1872 die Konstanzer Regimentsmusik und die Colmarer Dragonermusik am Sechseläuten teilnahmen, wurde dieser Jägermarsch anscheinend auch gespielt. Den Zünftlern machte die Melodie solchen Eindruck, dass sie den Marsch gleich übernahmen.

Andere Quellen wiederum behaupten, der «Sechseläutenmarsch» stamme aus der Zeit von Louis XIV (1638-1715). Als Komponist wird hierbei Jean Baptiste Lully genannt. In der Sammlung Dür findet sich eine Version von 1954 des Divison Spiels 6 unter der Leitung von Fridolin Bütner, der zu jener Zeit als prägende Figur der Militärmusik galt.

Autor/in: daue, Moderation: Leonard, Redaktion: Dani Häusler