«gusle» und «anderthalb»

Das Mundartwort «gusle» wird unterschiedlich verwendet: Man kann in den Zähnen, in einem Ameisenhaufen oder im Dreck «umegusle». «Gusle» bedeutet aber auch aufgeregt oder lustig sein. Auch wenn man jemanden anspornt, reizt oder neckt spricht man von «gusle».

Wo Wasser und Sand ist lässt sich zum Beispiel herrlich «gusle».
Bildlegende: Wo Wasser und Sand ist lässt sich zum Beispiel herrlich «gusle». istockphoto

Im Muotathal sagt man «im Gäld guuslen», wenn jemand verschwenderisch ist. Im Luzernischen wird «umegusle» auch verwendet, wenn jemand oberflächlich schwatzt.

«gusle» selber ist im Idiotikon nicht erwähnt, dafür die Nomen Gusel und Güsel. Die gehen vermutlich auf «giese» zurück, das mit dem altnordischen Verb «giosa» verwandt ist, was schäumende Aufregung, Verwirrung oder Gewirr bedeutet.

Nebst «gusle» erklärt Markus Gasser im Schnabelweid-Briefkasten auch die Herkunft des Ausdrucks «anderthalb» als Überbleibsel einer früheren Zählweise.

Redaktion: Markus Gasser